Porträt:The Voice of Haar

Porträt: Singen ist für Timea Göghova wie Sport und ein wichtiger Ausgleich zu Alltagsleben und Job.

Singen ist für Timea Göghova wie Sport und ein wichtiger Ausgleich zu Alltagsleben und Job.

(Foto: Roland Lorenz)

Timea Göghova tritt am Sonntag bei TV-Castingshow auf. Hauptberuflich arbeitet sie bei der Volkhochschule.

Von Anna Lea Jakobs

"Rock, rotzig und opera" - so beschreibt sich Timea Göghova in wenigen Worten. Die 42-Jährige hat schon Heavy- Metal-Songs in Opernstimme gecovert, die Jazz-Funk-Band Passion Control mitgegründet und seit neuestem ein RnB-Soloprojekt gestartet. Jetzt hat sie es in die Blind-Auditions der Castingshow "The Voice of Germany" geschafft und wird am Sonntag um 20.15 Uhr auf Sat 1 zu sehen sein. Dort möchte sie vor allem mit ihrer Vielseitigkeit punkten. "Ich schlüpfe wahnsinnig gerne in unterschiedliche Rollen", so die Sängerin. Dabei sieht man sie wahlweise mit blonder Perücke, Korsage und venezianischer Maske oder schwarzer Lederjacke.

Tagsüber trägt sie jedoch meistens Anzug, denn Göghova arbeitet hauptberuflich bei der Volkshochschule Haar als Leiterin des Fachbereichs Deutsch und Integration. Hier begann die studierte Fremdsprachenlehrerin 2006 an der Einrichtung Deutsch zu unterrichten, übernahm dann mehr und mehr organisatorische Aufgaben. Viele ihrer Kollegen sind begeistert von ihrer musikalischen Nebenbeschäftigung. Beim Sommerfest der Volkshochschule spielte sie bereits mit ihrer Melodic-Metal-Band Still Awake und mit ihrer Jazz-Funk-Band Passion Control. "Einige waren überrascht, dass Metal gar nicht so hart klingt, wie sie sich es vorgestellt haben, sondern auch melodisch und emotional sein kann", sagt sie über den Auftritt. Dass sie am Sonntag bei The Voice of Germany zu sehen und hören sein wird, wissen viele ihrer Kollegen jedoch noch nicht.

Durch ihre Bewerbung bei der Castingshow wollte sie sich einer neuen Herausforderung stellen. Mit ihrer Melodic-Metal-Band nahm sie bereits am Emergenza-Bandwettbewerb teil und gewann das süddeutsche Finale. Die zweite große Bühnenerfahrung soll nun der TV-Auftritt werden. Gewinnen müsse sie nicht, hofft aber, mindestens eine Runde in den Live-Shows mitmachen zu dürfen. Sie hat bereits mehrere Vorrunden überstanden, übte dafür etwa ein Jahr das Cover-Singen. Das musste die Sängerin erst wieder lernen, denn mit ihrer Band trägt sie meistens selbstgeschriebene Lieder vor. "Ich habe tatsächliche Übung gebraucht, von anderen Interpreten Songs zu präsentieren." Welchen Hit sie am Sonntag singt, darf sie noch nicht verraten.

Doch die Musik zum Hauptberuf zu machen, ist für sie vor allem nach dem Pandemiejahr 2020 keine Option. Trotzdem komme die Musik noch zu kurz in ihrem Leben, die ihr einen wichtigen Ausgleich im Alltag verschafft. Vor allem durch Metal-Musik kann sie Energie abladen. "Es ist wirklich wie Sport, so lange zu singen und manchmal auch zu schreien", so Göghova.

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