bedeckt München 22°

Taufkirchner Unglücksfahrt:"Wir sind alle wohlauf"

21 Verletzte nachdem zwei Anhängern umgekippt sind

Die Ermittlungen der Polizei zum Unfall der Taufkirchner Burschen mit einem Traktorgespann dauern an.

(Foto: dpa)

Der Traktorunfall der Taufkirchner Burschen ist glimpflich ausgegangen. Aber er wird wohl ein juristisches Nachspiel haben.

Auf seiner Facebookseite hat sich der Burschenverein Taufkirchen zu Wort gemeldet. Ein Foto zeigt rund zwei Dutzend Mitglieder, teils mit Freundinnen - darunter die Nachricht: "Vielen Dank für alle Genesungswünsche und an alle Helfer! Wir sind alle wohlauf." Abgesehen von diesem digitalen Lebenszeichen hüllen sich die Taufkirchener Burschen jedoch weiter in Schweigen. Keiner will sich äußern zu dem, was sich am Maifeiertag in Egmating im Landkreis Ebersberg abgespielt hat.

Insgesamt 36 junge Frauen und Männer zogen im Zuge einer Maibaum-Tour des Vereins mit einem Traktor und zwei Anhängern von Ort zu Ort. Auf dem Weg nach Neubiberg kam es dabei in Egmating zu einem folgenschweren Unfall: Auf dem steil abschüssigen Apostelweg nahm das Traktorgespann Fahrt auf, die zwei Wagen, auf denen die Feiernden an Biertischgarnituren saßen, verkeilten sich, und kippten um. Insgesamt 15 Personen zogen sich Schürfwunden und Prellungen zu; ein 25- und ein 36-Jähriger kamen mit Kopfverletzungen in die Klinik.

Die beiden seien noch in der Nacht beziehungsweise am Folgetag aus dem Krankenhaus entlassen worden, berichtet Stephan Raab, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Ebersberg. Deren Beamte befinden sich noch mitten in den Ermittlungen; bereits am Tag nach dem Unfall sei ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung sowie straßenverkehrsrechtlicher Verstöße eingeleitet worden, so Raab.

Gutachten liegt in drei Monaten vor

Dafür hat die Polizei in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft München ein technisches und ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben. Bis dieses vorliege, könne es rund drei Monate dauern, sagt Stephan Raab, der sich daher noch nicht zu ersten Erkenntnissen äußern will.

Fraglos konzentrieren sich die Vorwürfe aber auf den 17-jährigen Fahrer, der laut Polizeiangaben zum Zeitpunkt der Unfalls "völlig nüchtern" war. Er hatte zwar einen Führerschein für den Traktor, durfte diesen aber nur zu landwirtschaftlichen Zwecken steuern - und kaum bei einer Maibaum-Tour. Überdies hätten wohl auch mit einem anderen Fahrer keine Personen auf den Anhängern sitzen dürfen.

In dem Zusammenhang müssten die Ermittlungen klären, sagt Raab, ob es sich bei der Fahrt um eine Brauchtumsveranstaltung gehandelt habe. Für diese gebe es nämlich Ausnahmeregeln, sodass etwa bei Faschingsumzügen Personen auf Anhängern mitfahren dürften. Allerdings müssten solche Veranstaltungen bei den Behörden angemeldet werden, sagt der Vize-Chef der Ebersberger Polizei.

Außerdem gebe es dafür strenge Regeln - etwa, dass bei der Anfahrt noch niemand auf dem Anhänger sitzen darf und der Fahrer mindestens 18 Jahre alt sein muss. "Fällt so ein Maibaumausflug unter Brauchtum? Ich denke eher nicht", sagt Raab. In diesem Fall würde die Straßenverkehrsordnung gelten, und die wiederum untersagt den Personentransport auf Traktorgespannen. Neben dem 17 Jahre alten Fahrer könnten aber auch die Halter von Traktor oder Anhängern zur Rechenschaft gezogen werden, sagt Raab.

"Zum Beispiel, wenn die technischen Vorschriften nicht eingehalten wurden." Hinsichtlich der Unfallursache äußerte die Polizei schon früh die Vermutung, dass "die Bremsleistung der Zugmaschine für diese Situation nicht ausreichend" war. Genaueres soll das Gutachten klären.