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Taufkirchen:Unterschätzter Uli

Ritter Blech kennt sich aus mit der "Stoiberfalle".

(Foto: Claus Schunk)

Ritter Blech hätte in Taufkirchen gerne die Wahl aufgegriffen

Michael Müller derbleckt als Ritter Blech von Hilprandingen beim Starkbierfest der Freunde des Wolfschneiderhofs im Ritter-Hilprand-Hof in Taufkirchen. Er ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und im Ritter-Gewand die örtlichen Kommunalpolitiker kräftig abwatscht und auch die Amtsträger aus dem Landkreis nicht verschont, die stets in großer Zahl im Publikum sitzen. Für Müller wäre es heuer der 8. Starkbieranstich gewesen.

SZ: Hatten Sie für Ihre Krüglrede schon einiges an Schmähmaterial gesammelt?

Michael Müller: Sobald der jeweilige Starkbieranstich gelaufen ist, sammle ich Stichworte für das laufende Jahr. Für heuer habe ich das nicht weiter verfolgt, da bereits im vergangenen Herbst die Absage für 2021 absehbar war.

Das öffentliche Leben ruht weitgehend seit einem Jahr. Aus welchen Quellen schöpft man jetzt Verwertbares für ein Derblecken?

Zum einen natürlich weiterhin aus Veröffentlichungen, zum Beispiel aus der Süddeutschen Zeitung. Zum anderen aus den Erzählungen von Personen, die in der Kommunalpolitik tätig sind und Hinweisen aus dem "Netzwerk" in der Gemeinde, das man sich aufgebaut hat.

Welchen Scherz hätten Sie heuer zu gerne gemacht?

Markus Söder rast mit Vollgas in die berüchtigte "Stoiberfalle". Übernimmt er die Kanzlerkandidatur, muss er auch "springen" und nach Berlin gehen, wenn es nix wird mit Kanzler. Kandidiert er nicht, ist die Luft aus den "dicken Backen" raus. Man spricht hier von der "boarischen Zwickmühl".

Können sich die üblichen Verdächtigen jetzt entspannt zurücklehnen, weil sie heuer nicht durch den Kakao gezogen werden, oder werden ihre "Verfehlungen" bei Ihrer Krüglrede 2022 in einer Zwei-Jahres-Abrechnung gewürdigt?

Das eine oder andere lässt sich vielleicht mit neuen Geschehnissen verbinden. Ansonsten ist der zeitliche Abstand bei den meisten Themen vermutlich zu groß.

Wer hätte heuer das größte Potenzial für ein Derblecktwerden gehabt und weswegen?

Unsere Bürgermeisterkandidaten, denn das Rennen lief anders als erwartet.

Verfassen Sie doch bitte ein kurzes Derblecken auf sie.

Da rechnen alle fest mit einer Stichwahl. Und dann macht uuU - unser unterschätzter Uli - bereits im ersten Streich den Stich. Und die beiden jungen Stimmenwuiderer von SPD und Grünen stehen blass vor den Rathaustreppen - aber dieses Mal kann man sich ja geschickt hinter Corona verstecken.

© SZ vom 06.03.2021 / Protokoll: stä
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