In Taufkirchen hat ein zweiter Bewerber für die kommende Bürgermeisterwahl seinen Hut in den Ring geworfen. So schicken die Grünen ihren Ortsvorsitzenden Thorsten Neuhaus ins Rennen. Der 50-Jährige wurde nach Angaben der Partei bei einer Klausurtagung einstimmig als Kandidat für die Wahl am 8. März nominiert. Bereits zuvor hatte die Taufkirchner CSU verkündet, dass sie auf den Gemeinderat Thomas Vieweg setzen wird – und nicht mehr auf den parteifreien Amtsinhaber Ullrich Sander, dem sie bei den vergangenen zwei Abstimmungen vertraut hat. Inwiefern der seit 2014 amtierende Rathauschef ohne Partei im Rücken ein weiteres Mal antreten wird, lässt der 61-Jährige noch offen. Eine Entscheidung werde er voraussichtlich im Sommer verkünden, so Sander.
Der Grünen-Kandidat der vergangenen Wahl, David Grothe, hatte sich im vergangenen August auf eine einjährige Weltreise verabschiedet, weshalb seine Partei einen neuen Kandidaten für die Abstimmung 2026 suchen musste. Gefunden hat sie diesen in Thorsten Neuhaus, der eigenen Angaben zufolge für „ein neues Miteinander“ in der Gemeinde stehen will. „Taufkirchen braucht einen Bürgermeister, der zuhört, anpackt und gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen findet“, sagt der 50-Jährige, der aus Wuppertal stammt und 2008 mit seiner Familie in die Münchner Vorortgemeinde gezogen ist.
„Mit unserem Kandidaten stellen wir einen verwurzelten Taufkirchner mit frischem Blick auf die kommunalen Herausforderungen auf“, sagt Christoph Nadler, Gemeinderat und Fraktionschef der Grünen im Kreistag. „Seine Erfahrungen aus Wirtschaft und Ehrenamt sowie sein Engagement für nachhaltige Lösungen machen ihn zum idealen Kandidaten für die Zukunft Taufkirchens.“ Thorsten Neuhaus hat zwei Ausbildungen als Werkzeugmechaniker und Industriekaufmann abgeschlossen; in der Folge absolvierte er ein Diplomstudium als Multimedia Producer. Seit 2003 arbeitet der Vater von zwei Kindern als selbstständiger Webentwickler. Privat ist Neuhaus gerne in den Bergen unterwegs; jahrelang war er Wettkampfkletterer des Deutschen Alpenvereins und nahm an internationalen Boulderwettkämpfen teil.
Politisch ist Thorsten Neuhaus in Taufkirchen ein noch weitgehend unbeschriebenes Blatt. Nachdem er den Grünen beigetreten war, wurde er im Dezember an die Seite von Gabriele Zaglauer-Swoboda zum Co-Ortsvorsitzenden der Partei gewählt. Als politische Schwerpunkte nennt Neuhaus, der auch als ehrenamtlicher Richter tätig ist, die Energie- und Mobilitätswende, Bürgerbeteiligung und bezahlbaren Wohnraum. „Taufkirchen hat viel zu bieten: zahlreiche Vereine, eine tolle Lage und vor allem ein bürgerschaftliches Interesse und Engagement, das nicht selbstverständlich ist“, sagt der 50-Jährige. Ein zentrales Projekt in der Gemeinde seien die Planungen fürs „Quartier am Bahnhof“.

