Süddeutsche Zeitung

Taufkirchen:Tennisplätze werden saniert

Dass die Triumphe von Boris Becker und Steffi Graf und damit die Hochzeiten des deutschen Tennis der Vergangenheit angehören, ist Fakt. Dennoch steht Tennis noch nicht ganz im Abseits der Sportszene, was sich zuletzt nicht nur bei Erfolgen von Angelique Kerber gezeigt hat, sondern auch im Bau- und Umwelt-Ausschuss der Gemeinde Taufkirchen. Die Erneuerung von vier Spielfeldern auf der Tennisanlage "Am Wolferspitz" mit einem Kostenaufwand von circa 130 000 Euro stand zur Debatte, und Paul Haberl (CSU) stellte sogleich die Sinnfrage: Tennis sei nicht unbedingt mehr der Jugendsport, ob denn überhaupt noch ein Bedarf vorhanden sei für Tennisplätze, fragte er in die Runde. Es müssten ja nicht drei Vereine im Ort Tennis anbieten, fügte er hinzu.

Doch der Return kam postwendend: "Das ist unfair, Herr Haberl", sagte Eckhard Kalinowski (Freie Wähler), der wie sein Fraktionskollege Michael Lilienthal und Edith Hirtreiter (ILT) das Ansinnen der Tennisspieler unterstützt. Am Ende einigte sich der Ausschuss darauf, die Erneuerung der vier Spielfelder voranzutreiben und die notwendige Ausschreibung der Arbeiten vorzubereiten. Bis zur Ausschusssitzung nach den Sommerferien sollen noch bestehende Fragen, insbesondere was die Bewässerung der Plätze anbelangt, geklärt werden. Über Geld und Belegung sei bereits im Haushalt diskutiert worden. "Die Ausschreibung wird gemacht und es wird kommen, wie wir wollen", sagte Kalinowski, an Haberl gewandt.

Bereits vor etwa zwei Jahren wurde die Sanierung eines Sandplatzes in herkömmlicher Bauart in Erwägung gezogen. Die dafür notwendige Bewässerungsart durch Versenkregner habe die Verantwortlichen jedoch vor das Problem gestellt, dafür keimfreies Wasser aus dem Trinkwassernetz verwenden zu müssen, was gegen EU-Gesetz verstoße. So hätte man entweder einen Brunnen oder einen großen Wasservorratsbehälter errichten müssen. Aufgrund der sehr hohen Kosten allein für die Wasserbereitstellung sei damals das Projekt zurückgestellt worden, hieß es in der Sitzungsvorlage. Mit der Bauweise des Systems "Tennis-Force" eines Herstellers könne man nun aber das Problem der notwendigen Wasserzufuhr umgehen, das dieses System ohne Bewässerung auskommen. Zudem seien damit die Plätze ganzjährig bespielbar.

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Quelle:
SZ vom 23.08.2016
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