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Taufkirchen:Stark durch Kunst

Taufkirchen, Bürgertreff Soziale Stadt, Eschenpassage, Vernissage FARB(T)RÄUME

So strukturiert wie das Bild von Joschua (rechts), sind nicht alle Kinder-Kunstwerke, aber mindestens so fantasievoll.

(Foto: Angelika Bardehle)

Grundschüler malen im Bürgertreff

- "Das Bild spiegelt den Charakter Joschuas wieder", so beurteilen es nicht nur die Eltern des Drittklässlers, Katrin und Martin Gerhold. Joschuas farbiges Stufen-Bild umschreibt sein Vater mit den Wörtern "strukturiert" und "symmetrisch", er findet es andererseits aber auch "fantasievoll". Nicht nur die Gerholds kamen bei der Kinder-Kunstausstellung "Farb(t)räume" im Bürgertreff in Taufkirchen nicht mehr aus dem Staunen und Interpretieren heraus.

Die meisten Eltern der 17 beteiligten Kinder waren von den Werken sehr angetan. Dass die Kinderbilder, die bis einschließlich 15. Juli in den Räumen des Bürgertreffs besichtigt werden können, viel Interpretationsspielraum zulassen, geht auf die Arbeit der beiden Kunsttherapeuten Susanne Kunert und Gabriele Kronschnabl zurück. Mit der Initiative "Ideen-Reich" wollen sie präventiv "durch Kreativität die seelische und soziale Gesundheit" der Dritt- und Viertklässler stärken.

Die Kinder-Kunstausstellung an sich, ist nur eines von vielen sozialen Projekten, die von der Fachstelle für Integrationsbezogene Sozialen Arbeit (ISA) der Gemeinde Taufkirchen in Zusammenarbeit unter anderem mit dem Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" organisiert werden.

Über das kreative Arbeiten in der Werkstatt treffen die Kinder aus der Grundschule Am Wald und der Grundschule an der Dorfstraße zusammen. Dass die Kinder mit den Eltern zu Hause kaum über ihre Bilder sprechen, liege daran, dass die Kinder "über den kreativen Weg den Umgang mit Krisen und dem stressigen Alltag lernen" sollen, so Kunsttherapeutin Kunert. "Das Verhalten ist typisch, denn es kommt ja aus dem Inneren und ist sehr persönlich", fügt Kollegin Kronschnabl hinzu.

Wenn Joschua im nächsten Jahr wieder die Ideen-Reich-Werkstatt besuchen sollte, wäre das für die Therapeuten sehr erfreulich. Manche Drittklässler kämen im nächsten Jahr als Viertklässler wieder. Auf alle Fälle kann der Neunjährige sich darauf freuen, dass sein Bild demnächst im Taufkirchener Rathaus hängen wird. Das hat Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander jedenfalls versprochen.