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Taufkirchen:Sanierung oder Neubau

Neuerdings zweistöckig: Die Taufkirchner Mittelschule musste neuerlich Container anbauen, um alle Schüler und Kurse unterzubringen.

(Foto: Claus Schunk)

Auch zum Start des neuen Schuljahres musste die Mittelschule wieder um einige Container erweitert werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Mittelfristig wird man um größere Bauarbeiten nicht herumkommen

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Rechtzeitig zum neuen Schuljahr sind an der Mittelschule Taufkirchen Container aufgestellt worden - wieder einmal. Nachdem auf diesem Wege schon im Vorjahr zwei zusätzliche Klassenräume im Norden des Gebäudes entstanden waren, wurden diese nun um eine Etage aufgestockt. Dort sind ein weiteres Klassenzimmer sowie ein Physikraum eingezogen, berichtet Schulleiterin Nikola Kurpas. Darüber hinaus seien zusätzliche Container für die Schulküche aufgestellt worden.

All dies ermöglicht es der Mittelschule, den Betrieb auch heuer aufrecht zu erhalten. Mittelfristig jedoch werden ungleich größere Bauarbeiten an dem 1970 errichteten Gebäude am Lindenring vonnöten sein - darin ist sich auch der Taufkirchner Gemeinderat einig.

Er hat mit der Planung das Gautinger Büro Köhler Architekten beauftragt, das bereits für den 2014 bezogenen Neubau der Realschule im Ort verantwortlich war. Damals habe man im Vorfeld die Frage klären müssen, ob das Bestandsgebäude saniert oder ersetzt werden soll, erinnerte Architekt Benjamin Hardt zu Beginn seines Berichts im Bauausschuss des Gemeinderats. "Und das wird auch hier unsere erste Aufgabe sein." Die Entscheidung zwischen Sanierung und Neubau wird nicht zuletzt von den Kosten abhängen. Diese hat das Architekturbüro bisher noch nicht berechnen können, da die Gemeinde zunächst das Raumprogramm für die Mittelschule mit der Regierung von Oberbayern absprechen musste. Hier habe man sich nun auf eine Größe von 18 Klassen verständigt, die gefördert würden, berichtete Bauamtsleiter Stefan Beer. Aktuell hat die Mittelschule 16 Klassen - mit knapp 300 Schülern.

Wie eine Sanierung des Gebäudes aussehen könnte, erläuterte Architekt Hardt. Ihm zufolge ließen sich die Bauteile im Norden renovieren, während der mittlere Bereich - also Mensa und Pausenhalle - umgebaut und vergrößert werden müssten. Der südliche Flügel würde derweil abgerissen und neu gebaut, sodass dort nicht nur die benötigten Klassenzimmer entstehen könnten, sondern auch eine neue Sporthalle. Dies sei nötig, so Hardt, da die bestehende Halle "so marode ist, dass sich eine Sanierung wirtschaftlich nicht darstellen lässt". Mittels dieser Mischvariante aus Sanierung, Um- und Neubau ließen sich die benötigten Räume realisieren, sagte der Architekt. Nun werde sein Büro in einem nächsten Schritt ein Konzept für einen Neubau entwickeln, um dieses den Plänen gegenüberzustellen.

Abschließend ging Hardt noch auf den Wunsch der Schule ein, im Zuge der Baumaßnahmen einen Sportplatz auf dem Areal zu errichten - als Ersatz für das Feld am Ahornring, das wegen des Neubaus der Grundschule am Wald weggefallen ist. Man habe verschiedene Möglichkeiten geprüft, berichtete der Architekt, aber das Grundstück sei schlicht zu klein. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass dort ein Rasenspielfeld zusammen mit einer Schule nicht sinnvoll errichtet werden kann." Folglich beschloss der Bauausschuss, erst mal ohne Sportplatz weiter zu planen. Michael Lilienthal (Freie Wähler) verwies dabei auf die Möglichkeit, einen Sportplatz für die Mittelschule auf dem Gelände der bisherigen Grundschule zu bauen. Wobei Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos) mit Blick auf dieses Grundstück zu bedenken gab: "Wir werden uns noch darüber unterhalten müssen, wie wir die Grundschule und dann auch die Mittelschule finanzieren wollen."

Schulleiterin Nikola Kurpas jedenfalls will den Kampf um einen neuen Sportplatz nicht aufgeben, wie sie betont. "Das ist kein Nice-to-have, sondern wir brauchen diesen Sportplatz, um die Anforderungen des Lehrplans zu erfüllen." Alle anderen Schulen in Taufkirchen könnten dies mittels eines Sportplatzes auf dem jeweiligen Gelände. "Und es kann nicht sein, dass die Mittelschule jetzt wieder mal hinten anstehen muss", so Kurpas. Bei der Frage, ob sie und ihr Team einen Neubau oder eine Sanierung präferieren, will sich die Rektorin nicht festlegen. Ein Abriss samt Neubau hätte den Vorteil, dass man das Gebäude neu planen könne und zusätzlich zu den Klassenzimmern Gruppenräume entstünden - "die fehlen uns im Moment". Für eine Sanierung spräche, "dass wir dadurch unsere großen Klassenzimmer behalten können", sagt Nikola Kurpas. Im Falle eine Neubaus würden diese um circa 20 Quadratmeter kleiner ausfallen.

© SZ vom 23.09.2020

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