VerteidigungsprojektVereint im Kampf um einen Rüstungsauftrag

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250 Beschäftigte haben sich am Standort von Airbus Defence in Taufkirchen/Ottobrunn an dem Aktionstag von Gewerkschaft und Unternehmen beteiligt.
250 Beschäftigte haben sich am Standort von Airbus Defence in Taufkirchen/Ottobrunn an dem Aktionstag von Gewerkschaft und Unternehmen beteiligt. IG Metall
  • Beschäftigte von Airbus Defence und MTU demonstrierten am Donnerstag für einen Neustart des europäischen Kampfflugzeug-Projekts FCAS.
  • Das größte europäische Rüstungsprojekt zur Entwicklung eines Luftkampfsystems ab 2040 droht an einem Streit mit Dassault zu scheitern.
  • Die IG Metall fordert Deutschland soll federführend ein Kampfflugzeug entwickeln, um technologische Souveränität und Arbeitsplätze zu sichern.
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Beschäftigte von Airbus Defence in Ottobrunn sowie MTU in München und Erding demonstrieren für ein gemeinsames europäisches Kampfflugzeug. Dessen Entwicklung steht aktuell auf der Kippe.

Von Bernhard Lohr, Taufkirchen/Ottobrunn

Beschäftigte der Airbus-Unternehmenssparte Defence and Space haben am Donnerstag am Standort Ottobrunn/Taufkirchen einen Neustart für das europäische Projekt eines neuen Kampfflugzeugs gefordert. Sie protestierten an dem von der IG Metall zusammen mit den Unternehmen Airbus und MTU bundesweit an Standorten ausgerufenen Aktionstag gegen Verzögerungen bei der Entwicklung des „Future Combat Air System“ (FCAS). Unter dem Motto „FCAS – aber besser!“ richteten sie einen Appell vor allem an die Bundesregierung.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des benachbarten Unternehmens Hensoldt beteiligten sich aus Solidarität an der Aktion in Taufkirchen/Ottobrunn. Kundgebungen gab es auch bei MTU Aero Engines in München an der Dachauer Straße, wo sich 500 Beschäftigte beteiligten, und bei MTU in Erding mit 100 Teilnehmern sowie am Hauptsitz von Airbus Defence in Manching bei Ingolstadt.

Bei dem Future Combat Air System handelt es sich um das derzeit größte europäische Rüstungsprojekt zur Entwicklung eines Luftkampfsystems für die Zeit ab etwa 2040. Es sieht einen Verbund vor aus einem bemannten Kampfjet, dem sogenannten „Next Generation Fighter“, kombiniert mit Drohnen und einer vernetzten Cloud. Getragen wird das Vorhaben von Deutschland, Frankreich und Spanien.

Bei MTU in Erding stellten sich 100 Mitarbeiter hinter die Forderung nach einem Neustart des Kampfjet-Programms.
Bei MTU in Erding stellten sich 100 Mitarbeiter hinter die Forderung nach einem Neustart des Kampfjet-Programms. MTU Aero Engines AG

An einem Streit droht es laut IG Metall jedoch zu scheitern. Verantwortlich sei das französische Unternehmen Dassault, das seit einem Jahr eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe torpediere. Weil sich nach einem Jahr Stillstand weiter keine Lösung abzeichne, plädiere man wie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie BDLI für einen Neustart des Programms: in dem FCAS-Programm sollten zwei Flugzeuge entwickelt werden.

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Die Beschäftigten richten einen Appell an die Bundesregierung in Berlin. Demnach soll Deutschland federführend ein Kampfflugzeug entwickeln, um technologische Schwerpunkte zu sichern und Reibungsverluste im Programm zu verringern. Hans Kompe, Leiter des IG Metall Teams bei Airbus Taufkirchen/Ottobrunn, sagte auf der Kundgebung am Donnerstag: „Wir brauchen endlich Entscheidungen. Stillstand gefährdet Kompetenzen und Europas Sicherheit.“ Domenic Pafel von der IG Metall München sagte: „FCAS ist nicht irgendein Industrieprojekt – es geht um Tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland und um technologische Souveränität.“

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