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Taufkirchen:Kosmetik fürs "Katzenklo"

Abgespeckte Version: 100 000 Euro kostet die Umgestaltung des Areals am Durchgang zur Lindenpassage. 60 Prozent davon kommen aus dem Städtebauförderprogramm Soziale Stadt.

(Foto: Claus Schunk)

Der Taufkirchner Gemeinderat beschließt, den Grünzug im Ortsteil Am Wald aufzuhübschen. In einer Sparvariante sollen zunächst eine einfache Wasserstelle und ein Pavillon am Eingang entstehen.

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Im zweiten Anlauf hat der Gemeinderat die Umgestaltung des Eingangsbereichs im Grünzug des Ortsteils Am Wald beschlossen, der nach dem Wunsch der Architekten künftig den Namen "Park am Wald" tragen soll.

Nachdem das Gremium die anfänglichen Pläne des Münchner Büros Rockinger für das Areal am Durchgang zur Lindenpassage mit Gesamtkosten von 170 000 Euro noch als zu kostspielig kritisiert hatte, stimmten es nun für eine abgespeckte, gut 100 000 Euro teure Variante. Dazu kommen noch etwa 20 000 Euro für eine neue Beleuchtung sowie die Honorare für die Planer. Von diesem Geld muss die Gemeinde kaum die Hälfte aufbringen, denn 60 Prozent der Kosten erhält sie als Zuschuss aus dem Städtebauförderprogramm Soziale Stadt.

Und dennoch hatten die Gemeinderäte die ersten Entwürfe als zu teuer abgekanzelt, weshalb das Büro Rockinger diese auf Einsparungen prüfte und nun eine überarbeitete Planung vorlegte. Demnach soll der Eingangsbereichs des Parks, der wegen seiner Unansehnlichkeit bei vielen Taufkirchnern "Katzenklo" heißt, zwar weiterhin aufgehübscht werden. Statt des ursprünglich geplanten Wasserbeckens schlug Landschaftsarchitekt Andreas Rockinger nun eine einfache Wasserstelle vor. Auch der geplante Pavillon soll nicht mehr als feste Einrichtung, sondern in einer abbaubaren Version entstehen, weshalb vorerst bloß die Fundamente dafür vonnöten sind. Zudem wurde eine Entscheidung über den Ausbau der West-Ost-Verbindung, die aktuell nur ein Trampelpfad ist, auf 2021 verschoben.

Funzeln und dunkle Ecken

All dies führt laut Architekt Rockinger zu Einsparungen von 65 000 Euro. Was jetzt noch bleibt, ist das Herrichten des Platzes, die Wasserstelle und das Anlegen der Bepflanzung, zu der auch mehrere Hochbeete gehören, um deren Pflege sich die benachbarte Kita Kinderplanet kümmern werde, sagte Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). Er lobte, dass die Architekten nach der Kritik an den ersten Plänen ihre "Hausaufgaben gut erledigt" hätten. Ähnlich sahen das offenbar die Gemeinderäte, die dem neuen Konzept mit großer Mehrheit zustimmten. Lob gab es für die Entscheidung, den Pavillon nicht als feste Einrichtung vorzusehen. "Weil das dazu einlädt, dass man sich da abends trifft, und dann wird es automatisch laut", sagte Rosemarie Weber (SPD). "Deshalb würde ich das kritisch sehen, weil die Anwohner schon lärmgeplagt sind."

Nach dem Beschluss des Gemeinderats soll noch in diesem Jahr mit der Umgestaltung des Platzes begonnen werden. Überdies sei für den Herbst - sofern die Corona-Lage es zulässt - ein Rundgang durch den Park mit einer mobilen Bank geplant, sagte Rockinger. So wolle man feststellen, an welchen Stellen im Grünzug es zusätzliche Sitzbänke braucht.

Darüber hinaus werde sich die Gemeinde die Beleuchtung im Park vornehmen, kündigte Sander an. "Das ist ein ganz wichtiges Thema und muss die nächste Aufgabe sein." Ziel sei es, zum einen, "dunkle Ecken zu beseitigen", so der Bürgermeister. Zum anderen müssten "die bestehenden Funzeln ersetzt werden, damit sie endlich auch das Prädikat Beleuchtung verdienen".

© SZ vom 25.07.2020/belo

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