Taufkirchen:Investoren setzen auf die Ottobahn

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Taufkirchen: Die geplante Kabinenbahn des Taufkirchner Unternehmens im Modell.

Die geplante Kabinenbahn des Taufkirchner Unternehmens im Modell.

(Foto: Claus Schunk)

Teststrecke in der Gemeinde rückt dank Crowdfunding näher

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Die Ottobahn GmbH, die in Taufkirchen eine Teststrecke für eine schienenbasierte Kabinenbahn plant, ist auf der Suche nach Geldgebern fündig geworden. Wie die Firma mitteilt, hat sie bei einer Finanzierungsrunde den Fonds Ökovation Ventures als führenden Investor sowie das Unternehmen Rupf aus Reutlingen gewinnen können. Gemeinsam investieren sie laut Ottobahn-Geschäftsführer Marc Schindler einen siebenstelligen Betrag in das 2019 gegründete Unternehmen. Durch die Finanzierung sei ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur Ottobahn erreicht, sagt Schindler: "Wir haben uns damit einen wesentlichen Teil der Mittel gesichert, die wir für den Bau der geplanten Teststrecke und das Erlangen der Betriebszulassung benötigen."

Die circa 900 Meter lange Anlage soll an der Ludwig-Bölkow-Allee in Taufkirchen entstehen. Dort will die Firma schon kommendes Jahr 100 000 Testkilometer mit ihren Hängekabinen zurücklegen. Diese sind wahlweise für eine oder vier Personen geeignet und fahren an Schienen - in fünf bis zehn Metern Höhe.

Nach den Plänen der Ottobahn GmbH wird der Gleisträger begrünt und mit Solarzellen ausgestattet. Zum Ein- und Aussteigen sollen die Kabinen mittels eines Aufzugssystems auf den Boden heruntergelassen werden, sodass die Bahn ohne feste Haltestellen auskommt. Um Wartezeiten zu vermeiden, übernimmt eine Software die Steuerung sämtlicher Gondeln und stimmt ihre Fahrten aufeinander ab. Die Passagiere wiederum sollen ihre Kabinen per App ordern können.

Bei einer Crowdfunding-Kampagne hat die Ottobahn GmbH bislang 2,7 Millionen Euro an Kapital eingesammelt. Zur Absicherung der Technologie und als Vorbereitung der Zulassung wird die Firma eigenen Angabe zufolge bis 2023 circa fünf Millionen Euro investieren. Geht es nach den Machern der Ottobahn und den Wünschen des Taufkirchner Gemeinderats, dann soll die Teststrecke dereinst erweitert und zur ersten kommerziellen Verbindung werden - zwischen dem Ludwig-Bölkow-Campus in Ottobrunn und Taufkirchen und dem Karl-Preis-Platz im Münchner Stadtteil Ramersdorf.

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