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Taufkirchen:Fußnah und doch so fern

Taufkirchner beklagen schlechte Anbindung des Edeka-Marktes

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Erst vor wenigen Tagen hat im Osten von Taufkirchen ein neuer Supermarkt am Riegerweg eröffnet - sehr zur Freude vieler Bewohner von Winning und Bergham, die eine fußnahe Einkaufsmöglichkeit jahrelang herbeigesehnt hatten. Doch in die Freude mischt sich bei einigen auch Ärger, und zwar über die komplizierte Anfahrt zu dem Edeka-Markt, allen voran für Fußgänger und Radfahrer. "Die Telefone im Rathaus sind heiß gelaufen", berichtet Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) über etliche Beschwerden. Und auch die Taufkirchner Sozialdemokraten äußern Kritik: "Das Problem ist, dass es keine vernünftige städteplanerische Erschließung für das gesamte Gebiet gibt", moniert Herbert Heigl, Mitglied der SPD-Fraktion.

Tatsächlich gab es am Tag der Eröffnung für die von Westen kommenden Fußgänger und Radfahrer lediglich einen Weg zum Supermarkt - und der war für viele ein arger Umweg. So mussten sie über den Winninger Weg zum Kreisverkehr an der Aurikelstraße fahren, um von dort über die Tegernseer Landstraße zur neuen Stichstraße Am Anger zu gelangen, die den Supermarkt erschließt. Seinerzeit war der Riegerweg wegen Bauarbeiten noch gesperrt. Inzwischen ist er jedoch wieder geöffnet, sodass Radler und Fußgänger auch auf dieser Route die Staatsstraße erreichen können. Und dennoch sei die Erschließung des Supermarkts nach wie vor ungenügend, kritisiert die SPD auf ihrer Facebookseite. Zudem sei keine Besserung in Sicht, "denn es gibt keinen umfassenden Verkehrserschließungsplan für das ganze Gebiet". Dem widerspricht Bürgermeister Sander und verweist auf zwei Vorhaben. Zum einen wolle die Gemeinde entlang der Tegernseer Landstraße die Lücke im Fuß- und Radweg zwischen Zacherlweg und Supermarkt schließen. "Da sind wir in Gesprächen mit dem Eigentümer des Ackers", berichtet Sander.

Zum anderen sei ein Fuß- und Radweg zwischen Riegerweg und der Straße Am Anger geplant, die westlich des Supermarkts und des südlich angrenzenden Gemeindegrundstücks verlaufen soll. Hier habe sich das Bebauungsplanverfahren in die Länge gezogen, sagt der Rathauschef. Jedoch sei der Bau dieses Verbindungswegs nach wie vor angedacht.

© SZ vom 25.09.2020

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