Der Bürgerentscheid über die Pläne für einen privaten Schulcampus im Norden von Taufkirchen findet am Sonntag, 5. Oktober statt. Diesen Termin habe der Gemeinderat beschlossen, nachdem sich das Rathaus zuvor mit dem Vertreter des erfolgreichen Bürgerbegehrens abgesprochen habe, berichtet Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). Auf dem Stimmzettel werden dabei gleich drei Fragen stehen. Denn dem Ansinnen des Bürgerbegehrens, das auf eine Einstellung des laufenden Bauleitverfahrens für den Bildungscampus abzielt, stellt der Gemeinderat ein Ratsbegehren entgegen. Dieses fordert eine „ergebnisoffene“ Fortsetzung der Planung – „mit dem grundsätzlichen Ziel, die Ansiedlung eines Bildungscampus zu ermöglichen“. In einer dritten Stichfrage muss auf dem Stimmzettel angekreuzt werden, welche dieser zwei Alternativen bevorzugt wird.
Der Ausgang des Bürgerentscheids wird darüber entscheiden, ob die Stiftung Sabel Schulen wie geplant von ihrem jetzigen Standort unweit des Münchner Hauptbahnhofs auf das Grundstück zwischen Oberweg und Münchner Straße in Taufkirchen umziehen kann. Dort soll nach derzeitigen Plänen ein Bildungscampus für 1200 Schülerinnen und Schüler sowie 250 Lehrkräfte entstehen. Dieser würde zunächst die bestehenden zwei Realschulen, die Wirtschaftsschule und die Fachoberschule der Stiftung beheimaten; des Weiteren ist dann noch der Aufbau eines Gymnasiums am neuen Standort geplant.
Neben den Gebäuden für diese Privatschulen sollen auf dem 19 000 Quadratmeter großen Areal eine Dreifach-Turnhalle, Sportflächen und Grünbereiche entstehen. Mit einer Fertigstellung des Campus ist nach Angaben aus dem Rathaus frühestens in fünf Jahren zu rechnen.
Während im Gemeinderat eine große Mehrheit die Ansiedlung der Sabel-Schulen befürwortet, haben einige Anwohnende die Pläne von Beginn an kritisiert. Sie fürchten vor allem die zusätzliche Verkehrsbelastung durch den Bildungscampus sowie die ökologischen Folgen einer Versiegelung von bislang unbebautem Gelände – insbesondere mit Blick auf dessen Funktionen als Versickerungsfläche bei Überflutungen sowie als Kaltluftentstehungsgebiet. Binnen kurzer Zeit sammelten die Kritiker 1250 Unterschriften für ein Bürgerbegehren, dessen Folge nun also der erste Bürgerentscheid in Taufkirchen seit der Abstimmung über die Kegelfelder 2008 ist.

