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Taufkirchen:Zwei kleinere Brüder für den Turm

Jochen-Schweizer in seiner Arena in Taufkirchen, 2019

Kann seine Pläne für ein Hotel- und Kongresszentrum weiterverfolgen: Firmenchef Jochen Schweizer.

(Foto: Claus Schunk)

Taufkirchens Gemeinderat befürwortet weitere Büro- und Hotelbauten an der Jochen-Schweizer-Arena.

Aus der Jochen-Schweizer-Arena mit Windtunnel und Surfwelle soll ein ganzes Jochen-Schweizer-Quartier mit Lifestyle-Hotel, Büros und Tagungsräumen werden. Diesen Plänen des Unternehmers und einstigen Stuntmans steht eine Mehrheit im Taufkirchner Gemeinderat wohlwollend gegenüber. Dessen Bauausschuss hat nun einer hierfür notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans sowie dem Vorentwurf eines Bebauungsplans einmütig zugestimmt. Demnach sollen nördlich der Arena mit ihrem 30 Meter hohen Turm zwei weitere Gebäude entstehen. "Neben einer Hotelnutzung sind auch Büro-, Coworking- sowie Eventflächen geplant", teilt der Projektentwickler Art-Invest Real Estate mit, der das Grundstück gekauft hat und für den Neubau verantwortlich zeichnet.

Angaben der Firma zufolge wird die Jochen-Schweizer-Gruppe dort circa 3000 Quadratmeter Büro- und Tagungsfläche für ihren neuen Unternehmenssitz anmieten. Die beiden geplanten Gebäude sollen jeweils 27 Meter hoch werden; insgesamt sei eine Geschossfläche von 25 000 Quadratmetern anvisiert, sagte Alfred Widmann (SPD). "Das wird eine ganz schön wuchtige Bebauung." Die Grünen erachten dies als "zu massiv", wie es Rudi Schwab ausdrückt. Er beantragte daher, das westliche der beiden Gebäude auf eine maximale Höhe von zwölf Metern zu begrenzen. Seine Fraktionskollegin Jutta Henkel verwies in dem Zusammenhang auch auf den Verkehrslärm von der A 8. "Bei dieser Gebäudehöhe gibt es eine starke Reflexion des Schalls. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn da so ein Riegel an der Autobahn ist", sagte die Grünen-Gemeinderätin. "Ich wette, dass man im Hohenbrunner Weg einen Unterschied hören wird - vor und nach der Bebauung."

Dieses Argument wies Paul Haberl (CSU) jedoch zurück: Nicht nur seien die geplanten Gebäude 185 Meter von der Autobahn entfernt, auch die übliche Windrichtung führe dazu, dass man den Lärm der A 8 in Taufkirchen kaum hören werde. "Noch unwahrscheinlicher geht's gar nicht", sagte Haberl. Derweil betonte Christiane Lehners (CSU): "Einen Tod stirbt man: Entweder man baut in die Höhe oder in die Breite. Und die Grünen wollen doch auch so wenig Fläche wie möglich versiegeln." Deren Antrag auf eine Begrenzung der Gebäudehöhe lehnte der Ausschuss letztlich ab. Im Anschluss machten die Gemeinderäte einstimmig den Weg frei für eine Fortsetzung der Planung. "Wir haben hier eine Entwicklung, die ich sehr begrüße", sagte Matteo Dolce (SPD). "Die Stelle eignet sich für eine Erweiterung und sie ist sehr gut angebunden. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Hotel auch von Menschen genutzt wird, die nichts bei Jochen Schweizer planen, sondern nur zum Übernachten vorbeikommen."

© SZ vom 25.06.2020/hilb

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