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Taufkirchen:Ausweitung der Fitnesszone

Der größte Verein der Gemeinde präsentiert neue Pläne zum Ausbau des Sport- und Freizeitparks

Von Patrick Stäbler, Taufkirchen

Der SV/DJK Taufkirchen unternimmt einen neuen Anlauf zum Ausbau des Sport- und Freizeitparks. Nach den Vorstellungen des Vereins soll auf dem weitläufigen Gelände zum einen ein Sportzentrum für Familien mit multifunktionalen Kursräumen, einem Fitnessbereich und einem Lehrschwimmbecken entstehen. Zum anderen plant der SV/DJK den Bau eines Sportkindergartens, den der Klub als Träger betreiben würde.

Zuletzt hatte der mit etwa 3000 Mitgliedern größte Verein in Taufkirchen 2017 einen Ausbau des Sportparks angestrebt - in Form einer Aufstockung des bestehenden Gebäudes. In dem neuen Obergeschoss waren ein Fitnessstudio, eine Sauna und Gymnastikräume angedacht. Doch diese Pläne kippte der Gemeinderat, was für böses Blut sorgte - und zum Rücktritt von Klubchef Klaus Brandmaier führte.

Die Reaktionen reichen von "fantastisches Projekt" bis "absurde Planungen"

Nun unternimmt der SV/DJK unter Nachfolger Michael Schaub einen neuen Anlauf: "Wir haben uns von der Erweiterung mit einem Fitnesszentrum verabschiedet und eine neue Idee geboren", sagte der Präsident bei seiner Präsentation im Gemeinderat. Diese sieht ein Familiensportzentrum vor, das nötig sei, um neue Angebote zu entwickeln. Denn: "In den bestehenden Turnhallen gibt es keine zusätzlichen Kapazitäten.". Der Bedarf sei da, etwa im Senioren- und Gesundheitssport sowie bei Kindern, die der Verein in Kooperationen mit Schulen und Kindergärten erreichen will. Das Sportzentrum solle zudem über ein Lehrschwimmbecken verfügen, für den Reha-Sport, aber auch, um Kindergartenkindern und Grundschülern im Ort Schwimmunterricht anzubieten.

Um die Planungen voranzutreiben, brauche der Verein eine Entscheidung des Gemeinderats für ein oder zwei präferierte Standorte der geplanten Neubauten, sagte Schaub. Mit dem Stuttgarter Planungsbüro Sport Concept wurden hierfür vier Varianten entwickelt, die Geschäftsführerin Cathrin Dietz vorstellte. Demnach könnte das drei- bis viergeschossige Sportzentrum nördlich der bestehenden Turnhalle oder im Südwesten des Geländes entstehen, wo sich derzeit ein Basketballplatz befindet.

Das einstöckige Gebäude für den Kindergarten ließe sich neben dem Sportzentrum oder getrennt davon bauen. Nach der vom Verein bevorzugten Variante würden der Kindergarten westlich des Kletterturms und das Sportzentrum weiter nördlich errichtet, direkt am Bahndamm. Unabhängig vom Standort wären für das Vorhaben 60 zusätzliche Parkplätze nötig, so Dietz. Jedoch könnten etliche davon an anderer Stelle nachgewiesen werden, sagte Bauamtsleiter Stefan Beer, weshalb wohl nur ein "marginaler Teil" neu gebaut werden müsste.

Lob für das "fantastische Projekt" gab's von Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). Dagegen kritisierten Vertreter der Grünen und Beatrice Brückmann (Initiative Lebenswertes Taufkirchen) die anvisierte Flächenversiegelung und die Dimension der Bauten. "Das sind absurde Planungen, die den Charakter des Sportparks kaputtmachen", befand die ILT-Rätin. Christiane Lehners (CSU) meinte, das Lehrschwimmbecken sei "etwas, was wir unbedingt brauchen". Peter Hofbauer (Freie Wähler) goutierte den geplanten Kindergarten, sagte aber: "Ich tue mich schwer, eine Präferenz auszusprechen ohne Kostenschätzung." Rosemarie Weber (SPD) sagte: "Ich bin gespannt auf die Finanzierung. In meinen Augen kommt erst die Mittelschule und dann der Sportpark."

Schaub entgegnete, dass man derzeit davon ausgehe, "dass der Sportzentrum-Teil unser Teil wird und der Kindergarten-Teil der Teil der Kommune". Der Verein sei dabei, mögliche Finanzierungen auszuloten. Zunächst aber erhoffe er sich vom Gemeinderat eine Stellungnahme zur Standortfrage. Über diese wird das Gremium in einer der nächsten Sitzungen diskutieren.

© SZ vom 28.11.2020
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