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SZ-Talentiade:Sportlich sozial

Förderpreis der Koch-Stiftung

Abseits von der Förderung ihrer größten Talente haben Sportvereine noch ganz andere Aufgaben zu erfüllen: Sie sollen als sozialer Anker dienen für Jugendliche, die zu Hause nicht das nötige Netz vorfinden; dazu kommt die immer dringendere Notwendigkeit, Kindern Koordination und Fitness mitzugeben in einer Gesellschaft, in der es an Zeit und Interesse mangelt, sich regelmäßig dem Sport zu widmen. Und auch die Integration derer, die am Rand stehen, gehört zu den Kernaufgaben der Vereine. Um die Anstrengungen der Klubs auf sozialem Gebiet zu würdigen, hat die Ludwig-Koch-Stiftung wie schon bei der vorherigen Auflage der SZ-Talentiade einen Sonderpreis ausgelobt, es geht um 5000 Euro.

Verschiedenste Projekte kommen für diese Auszeichnung infrage. Die Friedel-Eder-Schule für geistig behinderte Kinder in Bogenhausen etwa, wo man eine eigene Schwimmmannschaft ins Leben gerufen hat. "Die jungen Sportler sind sehr motiviert und fleißig beim Training dabei. Sie machen enorme Fortschritte in Technik und Ausdauer und lernen nebenbei eine Menge für ihren weiteren Lebensweg", sagt Sprecherin Annette Plutat. Tatkräftig unterstützt wird die Schule von der Schwimmschule Petra Franz, so dass man dieses Jahr sogar bei einem Wettkampf in Nürnberg einige Medaillen gewinnen konnte. 2016 startete das Team bei den deutschlandweiten Special Olympic Games in Hannover, diesen Sommer treten sie in Hof an. "Doch die Finanzierung des nächsten Wettkampfes ist deutlich schwieriger geworden, weil uns Mittel gestrichen wurden", sagt Annette Plutat. Ein Förderpreis würde helfen.

Gleich mehrere Projekte, die dem Anforderungsprofil der Ludwig-Koch-Stiftung entsprechen, schickt der SVN München ins Rennen. Der Vorsitzende Norbert Kreitl legt viel Wert auf die sozialen und gesellschaftlichen Aspekte der Vereinsarbeit, weshalb der 6000 Mitglieder starke Klub aus dem Südosten der Stadt unter anderem eine Kindersportschule (KISS) eingerichtet hat. Drei- bis Zehnjährige können hier ihren Bewegungsdrang in qualifizierter Umgebung ausleben und sich mit verschiedenen Disziplinen vertraut machen. Das Motto beim SVN entspricht jenem der KISS des TSV Ost in Haidhausen: "Früh beginnen, spät spezialisieren!" Die Idee erfreut sich großer Beliebtheit, der SVN hat derzeit 569 Kinder in seiner KISS, beim TSV Ost sind es sogar rund 800. Beim SVN ist die KISS eingebunden in Sportarbeitsgemeinschaften, in denen die Interessen von Eltern und Kindern abgeglichen werden mit den Sportangeboten der Kindertagesstätten, Schulen und der KISS. Auch die Feriencamps, die der Klub zu sozial verträglichen Preisen (Mitglieder zahlen 50 Euro für fünftägige Camps, Geschwisterkinder erhalten Rabatte) gehören zu den sozialen Prestigeprojekten des Klubs.

Und die neue Initiative "Sport-Spiel-Spaß für junge Flüchtlinge", die parallel zum Sportprogramm des Vereins läuft und eine fließende Integration der Asylsuchenden in Mannschaften und Kurse ermöglichen soll.