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SZ-Serie: Lichtblicke, Folge 13:Eine Frage des Zwecks

Robert Bauer ist eigentlich Sportartikelverkäufer und kam als Seiteneinsteiger zu seinem Geschäft.

(Foto: Claus Schunk)

Robert Bauer verkauft in Oberhaching Lampen und sucht Leuchtmittel aus.

Von Angela Boschert, Oberhaching

"Das ganze Stehlampenprogramm von denen ist faszinierend", sagt Robert Bauer mit innigster Überzeugung, wenn man ihn nach seiner Lieblingslampe fragt, und deutet auf den Katalog einer deutschen Firma. Und schon ist der gelernte Sportartikelverkäufer mitten im Erzählen, was er alles wissen will, um das richtige Licht für einen Kunden zu finden.

Statt Snowboards oder Bikes widmet er sich seit gut 20 Jahren Lampen jeder Art. Vorausgesetzt, sie machen einen Raum schöner, ästhetischer und wohnlicher. Der Wunsch zu gestalten prägt auch den Namen seines Geschäfts in Oberhaching-Furth. "Lichthaus - IQ Licht", steht an der Ladentür. Und der erste Gedanke beim Lesen stimmt: IQ stehe für "intelligentes Licht", sagt Bauer, denn man dürfe nicht nur nach der Technik schauen, sondern auch danach, welchen Zweck eine Lampe erfüllen soll. Die Bedarfsanalyse stehe am Anfang von Beratung und Planung einer Lichtausstattung. Gefühl und Schönheit spielen dennoch eine große Rolle.

Eine Deckenleuchte brauche man im Grunde für jeden Raum, sozusagen als Grundbeleuchtung. Doch Bauer begeistert es, mit der Kombination aus verschiedenen Leuchten - Bauer spricht von "Ebenen" -, einen Raum zu gestalten, in ihm Akzente zu setzen. "Ich bin ein Freund davon, das Hauptlicht im Raum mit schönen Tisch-, Steh- oder Wandlampen zu ergänzen und so etwa auch den Fußboden zum Sprechen zu bringen. Das ergibt dann eine Stimmung." Licht habe eine eigene Individualität, mit ihm könne man ein bestimmtes Ambiente, eine Atmosphäre schaffen.

Wie eine Lampe wirkt, ist ganz wesentlich von der Lichtfarbe abhängig. Sie wird in der Maßeinheit Kelvin angegeben. So wird ein warmes Weiß gemeinhin als angenehm empfunden. Es liegt im Bereich von 2500 bis 3000 Kelvin. Sogenanntes "universalweißes" Licht mit höherer Kelvinzahl ist für den Ess- oder Arbeitstisch geeignet, und "tageslichtweiße" Leuchten tun in Nutzräumen ihren Dienst. Die Palette geht vom warmen Orangeton bis zu einem grellen Weiß, wie man es von Spots oder Strahlern in Sportstadien kennt.

Aber auch der Lichtstrom mit der Maßeinheit Lumen, also die Menge Licht, die eine Lichtquelle nach allen Seiten abstrahlt, spielt eine gewichtige Rolle, wie Bauer erklärt. Er habe mal eine Lampe mit 8000 Lumen gehabt: "Das war extrem und reicht aus, um bis zu 50 Quadratmeter Oberfläche zu beleuchten", sagt Bauer und kneift unwillkürlich die Augen zusammen.

Ob Steh-, Hänge- oder Wandleuchte, schlichte, klassische Modelle finden sich unter den 450 Ausstellungsstücken im Lichthaus ebenso wie moderne, multifunktionelle Lampen. Den letzten Schliff erhalten sie durch die Leuchtmittel, früher Glühbirnen, heute eher LEDs. Welches die richtige Funktion erfüllt, testet Bauer auch bei seinen Kunden daheim. "Ich bin ein Quereinsteiger und hatte schon immer eine Affinität für Licht, für das Verschönern von Heimen. Menschen von etwas zu begeistern, begeistert mich selbst", sagt er und seine Augen leuchten.

© SZ vom 15.12.2020
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