Herbert Becke "So viel passiert im Verborgenen"

Vor zwei Jahren hat Herbert Becke den Tassilo-Ehrenpreis erhalten. Der SZ erklärt der 62-jährige ehemalige Leiter der Volkshochschule im Norden des Landkreises und Veranstalter des legendären Kulturdonnerstages in Garching, welchen Stellenwert der Preis noch immer für ihn hat. Die Auszeichnung darf auf seinem Schreibtisch funkeln.

Von Nicole Graner

Vor zwei Jahren hat Herbert Becke (Foto: Renate Schmidt), ehemals Leiter der Volkshochschule im Norden des Landkreises und Veranstalter des legendären Kulturdonnerstages in Garching, den Tassilo-Ehrenpreis erhalten. Der SZ erklärt der 62-Jährige, was für ein Stellenwert der Preis noch immer für ihn hat.

Haben Sie sich den Preis damals irgendwohin gestellt?

Oh, ja! Dieses schöne (lacht) Glasobjekt mit der bronzenen Tassilo-Plakette steht auf meinem Schreibtisch. Und immer, wenn die Sonne nachmittags durch mein Fenster scheint, dann leuchtet mein Tassilo-Preis richtig.

Was bedeutet er Ihnen?

Ich habe den Preis in einer für mich aufregenden Übergangszeit bekommen - von den 33 Jahren VHS in die Altersteilzeit und später in den Ruhestand. Der Preis war ein schöner, emotionaler Abschluss. Außerdem fand ich den Abend der Preisverleihung sehr schön. Ich habe viele Kollegen getroffen, viele Künstler. Daran erinnere ich mich gerne. Und dass er lang war, dieser Abend.

Sie waren Kulturschaffender. Glauben Sie, dass dieser Preis eine besondere Bedeutung für junge Künstler hat?

Nun, ich war eher ein Kulturermöglicher. Kultur schaffen - das tun die Künstler. Für mich war und ist dieser Preis einfach eine Anerkennung. Aber ich weiß, dass gerade unbekannte Künstler mit dieser Auszeichnung werben und durch sie Öffentlichkeit bekommen haben. Ich finde es sehr gut, dass die SZ mit der Vergabe weitermacht. Ich hatte schon gefürchtet, dass es ihn nicht mehr geben könnte. Denn so viel passiert im Verborgenen. So viele Ehrenamtliche machen keine "Katalogkultur", sondern lebendige Kultur, in die das Publikum einbezogen, Neues gewagt wird. Und die jungen Künstler, die einfach Anerkennung brauchen - all das wird mit dem Tassilopreis gewürdigt.

Stauben Sie den Preis auch regelmäßig ab?

(lacht) Also, ganz ehrlich: Auf dem Preis liegt Staub. Aber das liegt am Zustand meines Arbeitszimmers. Für mein Zimmer bin nämlich ich verantwortlich, also staube ich - zugegeben - nicht oft ab. Aber (lacht wieder) das tut dem Tassilo-Preis und seiner Bedeutung für mich wahrlich keinen Abbruch.