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Straßlach-Dingharting:Ältere wollen nicht unter sich bleiben

Straßlacher Senioren wünschen sich in Umfrage Mehrgenerationenhäuser

Die ländliche Gemeinde Straßlach-Dingharting erstreckt sich über ein recht weitflächiges Gebiet. Gerade für Senioren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, kann das zum Problem werden. Was brauchen unsere älteren Mitbürger, hat sich daher der Gemeinderat gefragt und auf Antrag der Freien Wählergemeinschaft eine umfangreiche Seniorenumfrage gestartet. Die Ergebnisse liegen inzwischen vor und sollen als Grundlage für ein eigenes seniorenpolitisches Konzept dienen. Deutlich wurde: Vor allem wünschen sich die Älteren Wohnformen, bei denen mehrere Generationen unter einem Dach leben, sie vermissen ausreichend Geschäfte vor ihrer Haustür und hätten gerne einen Fahrdienst.

Befragt wurden alle über 55-Jährigen. In Straßlach-Dingharting sind das 1052 Männer und Frauen und damit etwa 31 Prozent der Bevölkerung. 440 Personen haben die Fragebögen ausgefüllt und an das Rathaus zurückgeschickt. Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei) zeigte sich über die Rücklaufquote - immerhin 42 Prozent - erfreut: "Damit dokumentieren unsere Bürger das enorme Interesse an dieser Thematik", betont er und: "Wir wissen jetzt, wo der Schuh drückt." Nun sei die Gemeindepolitik gefragt, Maßnahmen zu erarbeiten, "die das Leben unserer Senioren erleichtern und ihnen ein erfülltes Leben daheim in unserer Gemeinde ermöglichen."

Die meisten Teilnehmern der Umfrage, nämlich 250, wohnen in einem eigenen Haus mit den Kindern zusammen. Ganz alleine leben nur 87, immerhin sind 42 von ihnen bereits über 75 Jahre. Die wenigsten allerdings sehen zusätzliche Anforderungen an das Haus oder die Wohnung wie etwa einen Lift, einen Hausnotruf, nachbarschaftliche Unterstützung oder eine zentrale Lage als wichtig an.

Allerdings halten sie eine gute öffentliche Anbindung für erforderlich. 151 gaben an, ihre Wohnung barrierefrei umbauen zu wollen, wobei die Bereitschaft hierzu mit steigendem Alter sinkt. Die meisten scheuen allerdings Kosten und Aufwand. Am ehesten können sich die 55- bis 65-Jährigen vorstellen, verbilligten Wohnraum gegen Hilfeleistungen wie Gartenpflege und Einkaufen zur Verfügung zu stellen. 83 Teilnehmer wünschen sich einen Fahrdienst und 72 einen Einkaufsservice.

Für die Mehrzahl kommt ein Umzug nur in Frage, wenn Dienstleistungen mit angeboten werden. Eine Wohnanlage wird dabei weit häufiger genannt als eine Wohngemeinschaft für Senioren. Eine Trennung von Jung und Alt wollen die wenigsten, bevorzugt wird eine Wohnanlage mit mehreren Generationen, die zentral gelegen sein sollte, sodass eine Teilnahme am Ortsleben und ein Kontakt zu den Nachbarn möglich ist. Auch die Wohnqualität und die Freizeitangebote sind den meisten Senioren wichtig, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Genannt wurden Schwimmbad, Fitnessraum, Balkone und Gemeinschaftsräume.

Neben dem Wunsch nach einem Fahrdienst sind vor allem Angebote des täglichen Bedarfs, im Gesundheitsbereich und in der Pflege sehr stark nachgefragt. Dazu zählen eine Poststelle, Fachärzte und eine Tages- und Kurzzeitpflege. Auch Fachgeschäfte wie Drogeriemarkt, Reinigung, Schuhgeschäft und Tankstelle fehlen in der Gemeinde. Bei der Frage nach einem seniorengerechten Kursangebot zeigten die meisten Interesse an Fahrten, Sport und Computer-Schulungen. Auch die Themen Gesundheit und Sprachen stehen hoch im Kurs. Basteln allerdings wollen die wenigsten.

© SZ vom 19.12.2018

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