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Straßenbau:Zwei Engstellen über der Isar

Die Isarbrücke zwischen Ismaning und Garching wird erst saniert und dann durch einen Neubau ersetzt.

(Foto: Robert Haas)

Die Brücke der B 471 zwischen Garching und Ismaning wird im Sommer saniert und teilweise gesperrt. Weil auch am Föhringer Ring gearbeitet wird, müssen sich Autofahrer im gesamten Münchner Norden auf Staus einstellen.

Verkehrschaos mit Ansage: Die Isarbrücke zwischen Garching und Ismaning wird voraussichtlich in den Sommerferien zur Einbahnstraße. Grund sind Sanierungsmaßnahmen am Tragwerk der seit Jahren maroden Brücke über die Isar. In welche Richtung die Einbahnstraßenregelung gehen wird, sei noch ungewiss, sagte Stefan Rinderer, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Freising, am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung in Garching. Klar ist aber, dass die Teilsperrung und die damit verbundenen Umleitungen weitreichende Folgen für den Verkehr im Münchner Norden haben werden. Denn auch der Föhringer Ring bei Unterföhring ist eine Baustelle.

Die Brücke der B 471 sowie die Radwegbrücke über die Isar nannte Rinderer seine "Sorgenkinder". Bereits im Sommer 2018 war die Fahrbahn der Straßenbrücke nördlich von Ismaning saniert worden, seit Dezember 2018 bleibt sie voraussichtlich bis Ende nächsten Jahres für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 20 Tonnen gesperrt. Doch nun hat die regelmäßige Bauwerksprüfung laut Rinderer ein "ernüchterndes Ergebnis" erbracht. Am Tragwerk der Brücke wurden Schäden entdeckt, die behoben werden müssen. Obwohl diese Arbeiten unter der Brücke stattfinden werden, reicht nach dem Aufstellen des Gerüstes die Breite nicht aus, um den Sicherheitsabstand zu wahren und zwei Fahrspuren beibehalten zu können.

Deswegen wird es während der Sommerferien nur noch eine Spur für die Autos geben. Über die Dauer der Bauarbeiten machte Rinderer keine Angaben. Doch selbst wenn die Bauarbeiten erfolgreich beendet sein werden, kehrt für Autofahrer keine Ruhe ein. Denn gleichzeitig treibt das Straßenbauamt laut Rinderer den notwendigen Neubau der maroden Brücke voran. Geplant ist, ein Provisorium zu errichten, auf dem der Verkehr fließen soll, während die alte Brücke daneben abgerissen und neu gebaut werden kann. Rinderer rechnet damit, dass noch in diesem Jahr die Anträge rausgehen, "aber wie lange das Verfahren dauert, wird sich zeigen", sagte er. Für realistisch hält er einen Baustart im Jahr 2022.

Die Brücke zwischen Ismaning und Garching ist neben dem Föhringer Ring bei Unterföhring eine der zwei wichtigsten Querungen der Isar im Norden Münchens. Der Ring wird in den nächsten sechs Jahren eine Baustelle sein, ehe der Verkehr dort auf vier statt bisher zwei Spuren fließen kann. Die Erweiterung soll noch heuer beginnen, zahlreiche Bäume an Isar und Isarkanal sind in den vergangenen Wochen bereits gerodet worden. Ende des Jahres beginnen die Arbeiten für eine neue Brücke, die bis 2021 die marode zweispurige Herzog-Heinrich-Brücke aus den 1960-er Jahren ablösen soll, die voraussichtlich 2022 abgerissen und durch eine zweite Querung ersetzt werden soll. Von 2020 an wird darüber hinaus der Ostabschnitt der Straße von der Isar bis zur Einmündung der Kreisstraße M 3 bei Unterföhring erneuert.

Einen Vorgeschmack auf das zu erwartende Verkehrschaos durch die jahrelange Baustelle rund um den Föhringer Ring gibt es bereits heute: Weil in Unterföhring die zwei Linksabbiegespuren auf den Ring wegen Bauarbeiten auf eine verengt sind, stauen sich die Fahrzeuge zu den Stoßzeiten in der Früh und am Abend bis weit nach München hinein. Der Weg in die Arbeit wird für Pendler - egal ob im eigenen Auto oder im Bus - zu einer Geduldsprobe. Die Situation dürfte sich noch zuspitzen, wenn dann auch noch die wichtige Isarbrücke bei Ismaning Baustelle ist. Zumal es auch auf dem Autobahnring A 99 angesichts von Dauerbauarbeiten regelmäßig zu kilometerlangen Staus kommt. Die nächste Querung des Flusses im Norden ist dann erst bei Grüneck im Landkreis Freising möglich.