Städtepartnerschaft Ein Gowirich für Radeberg

Der Bildhauer Uli Borde (links) hat die Stele mit dem Antlitz des Garchinger Namensgebers Gowirich geschaffen, die Bürgermeister Dietmar Gruchmann der Partnerstadt Radeberg schenken will.

(Foto: Stephan Rumpf)

Eine Darstellung des Garchinger Namensgebers geht als Gastgeschenk an die Partnerstadt

Von Gudrun Passarge, Garching

Der Garchinger Gründervater Gowirich entwickelt sich noch zum Exportschlager. Der Mittelaltermann, der seit der 1100-Jahr-Feier zum Ortsbild gehört und durch seine Omnipräsenz während der Festivitäten als Bild noch in vielen Köpfen ist, soll demnächst auch in der Partnerstadt Radeberg einen Ehrenplatz bekommen. Zwar wird Radeberg gerade mal 800 Jahre alt, aber auch das wird groß gefeiert und die Gowirich-Stele soll einen Ehrenplatz im neuen Ortspark bekommen.

Für Bildhauer Uli Borde, der schon den großen Gowirich am Garchinger Rathausplatz geschaffen hat, war es eine Herausforderung, den Mini-Gowirich darzustellen. "Aber gerade in diesen greifbaren Proportionen fand ich es spannend umzusetzen", sagt der 55-Jährige, der eine enge Verbindung zu Garching pflegt, auch wenn er schon lange in München lebt und arbeitet. Borde hat bei Kick Kunst- und Bauschmiede Metallbau in Garching gelernt und während seines Kunststudiums auch noch seinen Schmiedemeister gemacht.

Deswegen bot es sich an, auch den kleinen Gowirich wieder in der Garchinger Metallwerkstatt zu machen. Drei Monate etwa hat Borde gebraucht, um das stilisierte Gesicht des Mannes mit dem lustigen Hut und dem großen Schnurrbart umzusetzen. Im Gegensatz zum großen Gowirich, der aus mehr als 300 Stahlstiften zusammengesetzt ist, hat er für den kleinen nur 108 Stahlstifte gebraucht, die sehr massiv wirken. Sein Gesicht wirkt etwas wuchtiger.

Aber Borde erklärt, er haben wegen der Gefahr von Vandalismus nicht zu dünne Stäbe nehmen können: "Die können sie sonst knicken." Samt Betonstele ist das Denkmal 1,80 Meter hoch. Man kann also auf Augenhöhe mit Gowirich kommunizieren - jedenfalls die größeren Radeberger können das. Der Beton stammt übrigens aus dem Garchinger Gfild, es handelt sich also um ein echt lokales Produkt.

Der Garchinger Namensgeber wird mit einer Delegation der Stadt nach Radeberg reisen und am Sonntag, 2. Juni, dort enthüllt. Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) wird dabei sein, ebenso wie ein Gowirich aus Fleisch und Blut. Walter Fölsner, der sich die Rolle des Gowirichs während des Festjahrs mit zwei anderen geteilt hat und zu vielen Gelegenheiten im Kostüm aufgetreten ist, hat sich der Fahrradgruppe um Rudi Naisar angeschlossen, die in sechs Tagen von Garching nach Radeberg radeln wird. Gruchmann erinnert an das Radeberger Gastgeschenk zur 1100-Jahr-Feier, eine Magnolie mit dem hübschen Namen Betty, die jetzt in Garching wächst und gedeiht. "Wir haben uns gedacht, wir machen es anders und bringen unseren ältesten Garchinger nach Radeberg als Zeichen der Verbundenheit." Und anders als mit Betty hätten die Radeberger mit dem Metall-Gowirich auch keine Arbeit mehr.