GarchingDoppelt so viele Plätze für Geflüchtete

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Seit Ende 2015 leben 200 Geflüchtete am Echinger Weg in Garching in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nun werden dort weitere Container errichtet, die Platz für noch einmal so viele Personen bieten.
Seit Ende 2015 leben 200 Geflüchtete am Echinger Weg in Garching in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nun werden dort weitere Container errichtet, die Platz für noch einmal so viele Personen bieten. Sonja Marzoner

Neben der Unterkunft am Echinger Weg werden neue Container aufgestellt. Die Stadt verknüpft ihre Zustimmung mit Forderungen ans Landratsamt.

Von Sabine Wejsada, Garching

Bei der Unterbringung von Geflüchteten will Garching sein Soll erfüllen: Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einen Antrag des Landratsamtes gebilligt, neben der bestehenden Unterkunft am Echinger Weg zusätzliche Container aufzustellen. Damit entstehen Plätze für weitere 198 Personen. Das Ja zur Errichtung der Gemeinschaftsunterkunft fiel einstimmig.

Genauso einig waren sich die Garchinger Kommunalpolitiker allerdings auch, dass die Kreisbehörde für eine gelungene Umsetzung des Vorhabens weitere Schritte machen soll: So fordert der Stadtrat den Landkreis dazu auf, eine bessere Beleuchtung am Echinger Weg zu installieren, „um Licht ins Dunkel“ zu bringen, wie es Grünen-Stadträtin Daniela Rieth nannte. Abends sei es dort sehr düster, berichtete sie. Auch erwartet die Stadt einen besseren Sonnenschutz für die bestehenden und die neuen Container. Derzeit heizen sich die Räume offenbar dermaßen auf, dass die Bewohner der Unterkunft und Mitglieder des Helferkreises unter der Hitze litten, berichtete Gerlinde Schmolke (SPD).

Unterstützung verlangen die Garchinger überdies bei der Betreuung der Kinder, die zusammen mit ihren Familien das Containerdorf beziehen werden. Nach den Worten der fraktionslosen Stadträtin und Lehrerin Michaela Theis braucht es womöglich sogar eine eigene Kita am Echinger Weg – und Informationen darüber, wie viele der zu erwartenden Buben und Mädchen schulpflichtig sind. Ihre Kollegin Daniela Rieth regte überdies an, in der neuen Unterkunft einen geeigneten Raum zu schaffen, in dem die Kinder Deutschkurse besuchen können. Das sei „zwingend erforderlich“, so die Grünen-Politikerin.

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) zufolge kann Garching dies alles zwar fordern, dass der Landkreis die Wünsche dann auch erfüllt, ist seiner Einschätzung nach jedoch eher unwahrscheinlich. „Das Landratsamt sagt, das alles soll schön die Gemeinde machen“, berichtete er. Immerhin habe es in den vergangenen Wochen „sehr gute Gespräche“ mit der Kreisbehörde gegeben.

Stehen die neuen Container, hat die Stadt 400 Geflüchtete aufgenommen – ursprünglich war die Rede von 600 Schutzsuchenden. Mit der Reduzierung wolle man „die Garchinger nicht überfordern“, so Gruchmann. Die Unterkunft ist zunächst auf fünf Jahre befristet. Geplant sind drei Wohncontaineranlagen mit jeweils drei Geschossen und einer Höhe von knapp neun Metern.

Vereinbaren konnte die Stadt darüber hinaus, dass die neue Unterkunft von jenen Geflüchteten bezogen werden darf, die derzeit in der bestehenden Anlage am Echinger Weg wohnen, weil sich die neuen Container besser für Familien eigneten. „Dieses Versprechen haben wir dem Landkreis abgerungen“, sagte Gruchmann. Ebenso gibt es eine Zusage, dass es in der neuen Unterkunft einen Betreuer gibt, der nicht nur stundenweise, sondern den ganzen Tag über dort ist.

Die Anregungen des Stadtrats sollen nun in einem Brief an das Landratsamt zusammengefasst werden – als politische Forderung an die Kreisbehörde, die im Auftrag der Regierung von Oberbayern die Unterkunft errichtet. Und noch eines ist den Garchingern wichtig: „Dass sich das Landratsamt auch bei solchen Vorhaben an seine eigenen Vorgaben hält“, wie es Gruchmann formulierte. Etwa bei archäologischen Untersuchungen eines Geländes. Das sei am Echinger Weg bislang nicht geschehen. An den Rändern ist bereits alles umgegraben, im mittleren Bereich des Areals aber müsse noch erkundet werden, ob sich in der Erde geschichtliche Funde verstecken.

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