Unterhachinger Stadionfrage Die zweite Liga bleibt das Ziel

Tänzchen mit dem Präsidenten: Obwohl der bekennend konservative Haching-Boss Manfred Schwabl eigentlich keine Tätowierungen mag, ließ er sich nach dem 3:0-Sieg gegen Lotte auf eine flotte Sohle mit Luca Marseiler ein. "Er darf das, immerhin hat er das erste Tor geschossen", so Schwabl.

(Foto: Sven Leifer/imago)

Die Spielvereinigung Unterhaching hat den Abstieg abgewendet. Nun soll es eben in einem der nächsten Jahre klappen mit dem Aufstieg. Präsident Schwabl verhandelt weiter über Ausbau und Betrieb des Stadions.

Von Stefan Galler, Unterhaching

Nach dem Spiel wagte Manfred Schwabl ein kleines Tänzchen auf dem Rasen. Eine eigenwillige Choreografie legten der Präsident der Spielvereinigung Unterhaching und Linksaußen Luca Marseiler, 22, aus der Nachbargemeinde Taufkirchen da aufs grüne Parkett. Es gab schließlich Grund zum Feiern: Durch einen 3:0-Heimsieg gegen die Sportfreunde Lotte konnte sich die Mannschaft von Trainer Claus Schromm am vorletzten Spieltag aller realistischer Abstiegssorgen in der dritten Liga entledigen.

Nur im Falle einer Niederlage mit elf oder mehr Toren Unterschied am letzten Spieltag in Osnabrück würde es die SpVgg doch noch erwischen. Vorausgesetzt, Jena und Großaspach gewinnen ihre Spiele und Braunschweig und Cottbus trennen sich im direkten Duell unentschieden. Sobald jedoch auch nur eine dieser Voraussetzungen nicht eintrifft, bleibt Haching drin.

Dementsprechend geht man im Sportpark die Planungen für ein weiteres Drittligajahr nun offensiv an. Wobei Präsident Manfred Schwabl betont, er habe "nie aufgehört mit den Gesprächen", die die Zukunft des Vereins betreffen. Denn erstens sei er immer davon überzeugt gewesen, dass die Mannschaft rechtzeitig in die Erfolgsspur zurückfinden würde. Und zweitens hätte auch ein Abstieg an der mittelfristigen Strategie nichts geändert, wie Schwabl sagt: "Eine Ehrenrunde hätte uns zwar zurückgeworfen, jedoch unseren Plan, im Profifußball weiterhin mitzumischen, keinesfalls außer Kraft gesetzt."

So befinde sich der Verein weiterhin in guten Gesprächen mit der Gemeinde, was das Vorhaben angeht, das Stadion möglichst bald in Eigenregie zu betreiben. Die SpVgg fordert dafür allerdings finanzielle Zugeständnisse in Form einer Sanierung des in die Jahre gekommenen Sportparks. So soll die Gemeinde nach Schwabls Vorstellung die Modernisierungsmaßnahmen tragen und könnte sich dafür in Zukunft alle Ausgaben sparen, die mit der täglichen Instandhaltung zu tun haben. Eine Einigung gibt es zwar noch nicht, doch Schwabl bezeichnete die Gespräche mit den Verantwortlichen der Kommune am Montag als "sehr vernünftig".

Näheres wollte der SpVgg-Präsident nicht preisgeben. Nur soviel: "Wir wissen, dass die Gemeinde viele andere Aufgaben zu erfüllen hat und es ihren Bürgern erklären muss, wenn sie Geld in ein Stadion steckt. Deshalb müssen für beide Seiten die Konditionen passen."

Neue Sitze im Stadion - und der Verein zahlt

Noch drängt die Zeit nicht, denn die anvisierte komplette Überdachung der Zuschauerränge ist wie die Verstärkung der Flutlichtanlage erst in der zweiten Liga eine unabdingbare Voraussetzung. Dringlicher sind kurzfristige Maßnahmen wie der Austausch der Sitzschalen auf der Haupttribüne. Und da packen sie im Sportpark ordentlich an: Die alten wurden unmittelbar nach dem letzten Saisonheimspiel gegen Lotte entfernt, jetzt werden dann die neuen Sitze montiert. Eine Investition, die der Klub trägt.

Dass das Vorhaben, sich für die zweite Liga zu qualifizieren, nach dem Spiel vom Samstag weiterhin aktuell ist, muss der SpVgg-Präsident nicht noch einmal betonen. Bekanntlich ist die finanzielle Ausstattung der Drittligisten so dürftig, dass die meisten Klubs dort früher oder später in echte Nöte kommen, wenn sie nicht irgendwann aufsteigen oder über potente Geldgeber verfügen. Auch in Haching sind sie deshalb dabei, sich nach der Ausgliederung der Profifußballabteilung aus dem Verein Unterstützer zu suchen.

Und zwar mehrere, die den Klub mit mittleren Beträgen unterstützen sollen anstatt einen Großinvestor. "Wir setzen nicht auf einen einzigen Sponsor, weil das nicht zu uns und unserem Image passen würde", sagt Schwabl. Und Imagepflege sei bei der Akquise von Partnern wichtig: "Wir punkten mit unserem langfristigen Plan. Und der gerät auch nicht ins Wanken, wenn es sportlich mal nicht so läuft", sagt Schwabl. Dafür spreche etwa, dass man an Trainer Claus Schromm und seinem Stab trotz der schwachen Rückrunde festgehalten habe.

Die dritte Liga wird vermutlich in der kommenden Saison nicht schlechter besetzt sein als bisher. In Magdeburg und Duisburg stehen zwei Zweitligaabsteiger bereits fest, die sofort wieder nach oben drängen werden. Das gilt auch für Traditionsvereine wie Eintracht Braunschweig, 1860 München oder den 1. FC Kaiserslautern, der allerdings nach wie vor um die Drittligalizenz bangt. Diesbezüglich plagen Manfred Schwabl keine Sorgen: "Wir müssen wie in jedem Jahr bestimmte wirtschaftliche Bedingungen erfüllen, das sollte uns auch diesmal gelingen."