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Spielvereinigung Unterhaching:Gemeinsam durch Schluchten

Die eigenen Grenzen erfahren und lernen, sie zu überschreiten - Die Hachinger Fußballer beim Canyoning. Foto: Privat

Hachinger Fußballer stärken ihren Teamgeist beim Canyoning im Tessin

Nach oben klettern und sich dann aus schwindelerregender Höhe abseilen oder einfach in den Gebirgssee springen - was wie ein lustiges Naturabenteuer klingt, hat beim Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching eine ganz andere Bedeutung: "Wir wollten nach dem ersten vier Spieltagen mal andere Trainingsmethoden ausprobieren, deshalb haben wir uns für das Canyoning im Tessin entschieden", erläutert Trainer Claus Schromm.

Weil der Spielbetrieb in der dritten Fußball-Liga am Wochenende wegen der ersten Runde im DFB-Pokal aussetzte, fuhren die Hachinger also in die Schweiz und ließen sich unter der fachkundigen Leitung des Warngauer Canyoning-Guides Jörg von Dall'Armi auf so manche spannende Situation ein. "Es ging uns um Teambuildingmaßnahmen, die Spieler sollten ihre eigenen Grenzen erfahren und lernen, diese zu überschreiten", so Schromm. Anfangs habe es durchaus Skepsis innerhalb der Mannschaft gegeben, diese aber sei laut Trainer "zusehends gebröckelt".

Immer mehr habe die Mannschaft das Ziel verinnerlicht, sich gegenseitig zu unterstützen. In eine Vorbildrolle sei dabei der 19 Jahre alte Außenstürmer Stephan Mensah geschlüpft, der vor der Saison vom Karlsruher SC verpflichtet worden ist: "Ich bin kein guter Schwimmer, aber irgendwann muss ich es ja mal lernen, also warum nicht hier", so der Deutsch-Ghanaer. "Und als ich den ersten Sprung gemacht hatte, war alles super. Ein bisschen vergleichbar mit dem Gefühl auf dem Fußballplatz, da muss man auch seine Nervosität erst einmal überwinden." Der Coach attestierte seinem Flügelstürmer jedenfalls, "Unglaubliches geleistet" zu haben. Auch Kapitän Josef Welzmüller zeigte sich von dem Ausflug begeistert: "Eine einzigartige Erfahrung, wir haben an unglaublich schönen Stellen Extremsport betrieben. Ich möchte das nicht missen." Vor allem die gegenseitige Motivation habe die Hachinger vorangebracht: "Teilweise waren die Schluchten echt tief, aber als Team schaffte es dann doch jeder runter."

Absprung in die Schlucht: Hachinger Spieler im Tessin. Foto: privat

Guide Dall'Armi, der sich selbst "Da Schluchtler" nennt, war vom Einsatzwillen der Gruppe ganz angetan: "Sie haben die Ziele erreicht, die sie sich gesteckt haben. Das Training ist gut fürs Selbstbewusstsein und die Trittsicherheit. Und es spricht andere Muskelgruppen an." Er jedenfalls, so Dall'Armi weiter, komme demnächst als Zuschauer mal zu einem SpVgg-Heimspiel in den Sportpark.