VogelgrippeBehörden heben Stallpflicht rund um den Ismaninger Speichersee auf

Lesezeit: 2 Min.

Vogelgrippe am Speichersee: In den Schleusen unter dem Mitteldamm hingen Ende Oktober viele verendete Wildvögel.
Vogelgrippe am Speichersee: In den Schleusen unter dem Mitteldamm hingen Ende Oktober viele verendete Wildvögel. (Foto: Johannes Simon)
  • Die Stallpflicht für Geflügelzüchter rund um den Ismaninger Speichersee wird zu Silvester aufgehoben, nachdem die Vogelgrippe-Fallzahlen gesunken sind.
  • Der Mitteldamm des Speichersees darf ab 31. Dezember wieder genutzt werden, nachdem er Ende Oktober wegen vieler toter Wildvögel gesperrt worden war.
  • Die Behörden warnen vor einer möglichen erneuten landkreisweiten Stallpflicht, falls die Vogelgrippe-Fälle wieder ansteigen sollten.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Geflügelzüchter im Norden von München können ihre Tiere nach dem Rückgang der Vogelgrippe-Fälle wieder ins Freie lassen. Auch das Spazierengehen auf dem Mitteldamm des künstlichen Sees ist wieder erlaubt.

Von Sabine Wejsada, Ismaning

Die Geflügelzüchter rund um den Ismaninger Speichersee im Nordosten von München können aufatmen – zumindest vorerst: Zu Silvester wird die seit November geltende Stallpflicht in ihren Betrieben aufgehoben. Landwirte in Aschheim, Ismaning, Kirchheim, Unterföhring und Pliening können ihr Geflügel bei Bedarf wieder ins Freie lassen, wie die Landratsämter in München und Ebersberg mitteilen. Hintergrund sind die sinkenden Vogelgrippe-Fallzahlen in dem Naturparadies. Dort hatte es Mitte Oktober einen massiven Vogelgrippe-Ausbruch unter den auf der Reise in die Winterquartiere im Süden rastenden Scharen von Wildvögeln gegeben.

Auch der Mitteldamm des künstlich angelegten Gewässers darf vom 31. Dezember an wieder genutzt werden. Der Weg, der die beiden Becken teilt, war wegen der vielen toten Wildvögel, die sich in den darunter liegenden Schleusen fingen und an den Ufern des Speichersees gefunden wurden, Ende Oktober von den Behörden für Spaziergänger und Sportler, Radler und jeglichen Verkehr gesperrt worden. Zu groß wurde von den Ämtern das Risiko eingeschätzt, dass das hochansteckende Virus von dort aus in die Umgebung getragen werden könnte – zum Beispiel von Hunden, die dort ausgeführt werden, und von deren Haltern, wenn verendete Vögel etwa mit den Schuhsohlen berührt werden. Das Technische Hilfswerk (THW) musste seit dem Ausbruch der Vogelgrippe mehrere Hundert Kadaver in und an dem Gewässer bergen.

Angebot der SZ
:Wählen Sie den Whatsapp-Kanal für Ihren Landkreis

Die Süddeutsche Zeitung bietet Whatsapp-Kanäle für alle Landkreise rund um München an. Das Angebot ist kostenlos. So abonnieren Sie die Kanäle.

Auch wenn die Zeichen nun auf Entspannung stehen, sieht das Ebersberger Landratsamt die Gefahr weiterhin nicht endgültig gebannt: Sollte die Zahl der Wildvögel, die sich mit der Hochpathogenen Aviären Influenza H5 angesteckt haben und daran verendet sind, wieder steigen, sei nicht ausgeschlossen, dass eine erneute und dann gegebenenfalls landkreisweite Aufstallungspflicht erlassen wird, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Daher müssten die Züchter bereits jetzt „unbedingt“ Vorbereitungen treffen, um das eigene Geflügel bei einer eventuell wieder angeordneten Stallpflicht sicher vor Wildvögeln und tierschutzgerecht unterzubringen. Es sei nämlich weiterhin mit einem Auftreten der Geflügelpest in den hiesigen Wildvogelbeständen zu rechnen, warnt die Kreisbehörde.

Die Tierhalter von kleinen und großen Betrieben sollten deshalb zum Schutz ihrer Bestände weiterhin konsequent hohe Biosicherheitsmaßnahmen einhalten und diese jederzeit anpassen können, wenn sich das Infektionsgeschehen ändere, so das Landratsamt in Ebersberg. Dazu gehört unter anderem, dass die Ställe und Freiflächen des Geflügels nicht von betriebsfremden Personen betreten werden dürfen. Auch müssen Futter und Einstreu so gesichert gelagert werden, dass sich daran keine Wildvögel bedienen können. Wichtig ist nach Behördenangaben darüber hinaus, dass die Geflügelzüchter Nagetiere von den Ställen fernhalten. Denn auch sie könnten das Vogelgrippevirus in die Behausungen hineintragen.

Auch im Landkreis Erding gibt es eine erste Entwarnung. Die vom Landratsamt Erding erlassene Aufstallpflicht für den Bereich bis zu fünf Kilometer um den Ismaninger Speichersee wird wieder aufgehoben, und das Geflügel darf dort ab sofort wieder ins Freie, heißt es in einer Pressemitteilung. Trotz Entspannung der Situation am Speichersee sei die Gefahr noch nicht ganz gebannt, schreibt die Kreisbehörde. Im Landkreis Erding wurde seit November bei insgesamt 24 Wildgänsen Vogelgrippe festgestellt, zuletzt bei einer Wildgans, die am 4. Dezember gefunden wurde. Entsprechende Wildvogelfunde gab es bisher in Berglern, Wörth, Finsing, Oberding, Hohenpolding, Erding und Eitting.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Glaube in Krisenzeiten
:Wo die Welt verstummt

Krieg, Despotie und Ungerechtigkeit: Hat die katholische Kirche darauf nicht ein paar Antworten? Im Kloster Schäftlarn finden Menschen Abstand und Ruhe – und mit dem heiligen Benedikt Orientierung. Ein Besuch mit überraschenden Erkenntnissen.

SZ PlusVon Bernhard Lohr

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: