bedeckt München 22°
vgwortpixel

Personalentscheidung:SPD verständigt sich auf Führungsteam

Die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche will wieder in den Vorstand der Kreis-SPD - und erneut als Landrätin kandidieren.

(Foto: Claus Schunk)

Annette Ganssmüller-Maluche soll nun eine der Stellvertreterinnen des designierten Kreisvorsitzenden Florian Schardt werden. Auch als Landratskandidatin soll die Ismaningerin wieder antreten.

Die Kreis-SPD hat ihren schwelenden, innerparteilichen Konflikt offenbar beigelegt. Der geschäftsführende Vorstand um die noch amtierende Chefin des Unterbezirks München-Land Bela Bach hat vorgeschlagen, die stellvertretende Landrätin Annettte Ganssmüller-Maluche als Stellvertreterin des Kreisvorstands mit ins Boot zu holen. Zudem wird eine Kandidatur von Ganssmüller-Maluche als Landrätin bei der Kommunalwahl im kommenden Frühjahr ausdrücklich unterstützt - auch von Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen und der Fraktionssprecherin im Kreistag, Ingrid Lenz-Akztas.

Mit diesem Personalvorschlag reagiert die Spitze der Kreis-SPD auf Kritik an einem ersten Personalvorschlag von vor zwei Wochen. Damals ging eine Gruppe um Kohnen, Lenz-Aktas und Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier nach der Ankündigung Bachs, nicht mehr kandidieren zu wollen, in die Offensive und präsentierte den Ottobrunner Florian Schardt als möglichen neuen Vorsitzenden. Klostermeier und der Oberscheißheimer Kreisrat Florian Spirkl sowie Ramona Greiner aus Grünwald waren als Stellvertreter vorgesehen. Wer in dem Tableau nicht auftauchte, war Ganssmüller-Maluche, die bereits stellvertretende Kreisvorsitzende ist. Die scheidende Vorsitzende Bach nannte das Vorgehen "sehr überraschend".

Dass jetzt ein neuer Vorschlag mit Ganssmüller-Maluche auf dem Tisch liegt, über den die Mitglieder am 5. Juni auf einem Parteitag abstimmen können, bezeichnet der designierte Parteichef Schardt als "sehr gute Lösung". "Wir haben in den vergangenen Tagen sehr gute Gespräche geführt und teilweise auch gemerkt, dass das alles die ganze Aufregung nicht wert war", sagt Schardt auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung. "Die Stimmung im Gesamtvorstand ist immer besser geworden - und diese Lösung wird jetzt auch von allen Beteiligten mitgetragen." Es hätten offensichtlich einige Missverständnisse ausgeräumt werden müssen, sagt Schardt: "Es hat sich jetzt gezeigt, dass es immer besser ist, miteinander zu reden als übereinander."

Es kehrt wieder Ruhe in die Partei ein

Florian Schardt, Kandidat für den Vorsitz der SPD München-Land.

(Foto: Claus Schunk)

Sichtlich erleichtert zeigt sich auch Annette Gansmüller-Maluche angesichts des neuen Personaltableaus. Sie soll anstelle von Florian Spirkl einen der drei Stellvertreterposten einnehmen, der stattdessen für den Posten des Schriftführers vorgeschlagen wird. "Manch politischer Gegner wird schon gedacht haben, da geht eine Supernova unter. Aber jetzt haben wir einen guten neuen Stern hervorgebracht", sagt sie auf Nachfrage. Es sei Florian Schardt zu verdanken, dass jetzt endlich Ruhe in die Partei einkehre. "Wir haben sehr viel miteinander geredet. Dass wir zu einer Lösung gekommen sind, ist vor allem das Verdienst von Florian Schardt", sagt die Ismaningerin. Auch mit Natascha Kohnen habe sie Gespräche geführt und gemeinsam Wogen glätten können.

Der Austausch zwischen Kohnen und Ganssmüller-Maluche war in der jüngeren Vergangenheit kein sehr konstruktiver mehr. Vor allem nach der krachenden Niederlage der SPD bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst hatten sich tiefe Gräben zwischen beiden aufgetan. Ganssmüller-Maluche machte kurz nach der Wahl vor allem auch Kohnens Wahlkampf dafür verantwortlich, dass sie im Stimmkreis München-Nord den Einzug ins Maximilianeum verpasst hatte. Auch das Verhältnis von Kohnen und Bach gilt seitdem als vollkommen zerrüttet. Dass nun mit dem 37-jährigen Florian Schardt, der Geschäftsführer der Azubiyo GmbH in München ist, ein bisher eher unbeschriebenes Blatt die Führung der Kreis-SPD übernehmen soll, begrüßt Ganssmüller-Maluche ausdrücklich: "Das ist eine sehr gute Lösung. Es ist wahrscheinlich auch richtig, dass jetzt jemand übernimmt, der mit dem Alten nicht so viel zu tun hat." Weiter gesetzt als potenzielle Stellvertreter sind Greiner und Klostermeier.