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SPD: Dieter Reiter:Ich will Oberbürgermeister werden

So deutlich hat er es noch nie gesagt: Dieter Reiter will Nachfolger von OB Ude werden. Innerhalb der eigenen Partei ist er noch recht unbekannt - ein Manko.

Wirtschaftsreferent Dieter Reiter hat so deutlich wie noch nie zuvor seinen Anspruch erklärt, als Nachfolger von Christian Ude im Jahr 2014 für das Amt des Oberbürgermeisters von München zu kandidieren.

Dieter Reiter: Der Wirtschaftsreferent will Nachfolger von OB Christian Ude werden.

(Foto: lok)

"Für mich war immer klar: Wenn ich sage, ich bin Kandidat, dann will ich auch OB werden", sagte Reiter der Süddeutschen Zeitung. Das Amt des Oberbürgermeisters sei "ein Traumjob" und wenn die SPD ihn als Kandidaten rufe, werde er alles tun, um dieses Amt auch zu erobern.

Reiter rechnet damit, dass die SPD bis Ende des Jahres über die Kandidatur entscheiden wird. Auch zu einem Mitgliederentscheid ist er bereit und setzt darauf, die Parteibasis von sich überzeugen zu können. "Ich zeige damit, dass ich voll dahinter stehe", sagte Reiter. Derzeit werde er zu vielen Parteiveranstaltungen eingeladen und er nehme alle diese Einladungen auch an. "Die Basis will mich kennenlernen." Bis jetzt hat Reiter nach eigenen Worten bereits ein Viertel der Ortsvereine besucht und sei dort nirgends auf Ablehnung gestoßen. "Bis zum Herbst werde ich ziemlich weit herumgekommen sein", sagte er.

Mit der Tour durch die Basis will Reiter sein größtes Manko, den relativ geringen Bekanntheitsgrad, innerhalb der eigenen Partei wettmachen. Er selber rechnet damit, dass in der SPD in diesem Jahr zumindest eine Vorentscheidung über die OB-Kandidatur fallen wird. "Ich denke, es wird gegen Jahresende klar sein, wohin es geht", sagte Reiter.

Obwohl sich Oberbürgermeister Ude bisher noch nicht offiziell geäußert hat, wen er sich als Nachfolger wünscht, rechnet Reiter nach der Phase der innerparteilichen Diskussion mit einer Empfehlung Udes für ihn. "Ich bin da sehr gelassen", sagte Reiter. Ude habe erstmals im vergangenen Herbst bei ihm vorgefühlt und werde sich sicherlich "zu gegebener Zeit äußern". Reiter ließ keinen Zweifel daran, dass er sich der Aufgabe gewachsen fühlt. Zwar sei es eine "irrsinnige Herausforderung", Nachfolger einer so prägenden Figur wie Ude zu werden. "Aber ich würde es mir natürlich zutrauen, sonst hätte ich mich anders entschieden", sagte Reiter.

Mit seinem offen geäußerten Anspruch auf die Kandidatur ist Reiter abermals vorgeprescht und bringt damit mögliche andere Bewerber in Zugzwang. Sowohl SPD-Fraktionschef Alexander Reissl als auch Parteichef Hans-Ulrich Pfaffmann haben bisher zu erkennen gegeben, dass sie sich für geeignete Kandidaten halten. Dagegen hat die Zweite Bürgermeisterin Christine Strobl aus gesundheitlichen Gründen auf eine Kandidatur verzichtet und auch der ehemalige Kulturminister Julian Nida-Rümelin, der lange Zeit als Favorit Udes galt, hat inzwischen abgewunken. Ob Sozialreferentin Brigitte Meier eigene Ambitionen hat, ist derzeit noch offen.

Für die SPD ist die Kandidatenkür eine heikle Frage. Zwar wünschen sich die meisten in der Partei eine einvernehmlich Lösung, doch auf welchem Weg diese erreicht werden kann, ist noch längst nicht klar.

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