Ein großer Solarpark könnte schon bald an der A 92 bei Oberschleißheim entstehen. Die IBC Solar AG aus dem oberfränkischen Bad Staffelstein plant den Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage. Auf einem Areal in der Größe von fast 23 Fußballfeldern sollen aufgeständerte Solarmodule errichtet werden, zwischen denen womöglich Schafe weiden.
Der Bau- und Werkausschuss des Oberschleißheimer Gemeinderats hat sein grundsätzliches Einverständnis zu dem Vorhaben erteilt und die Verwaltung beauftragt, einen städtebaulichen Vertrag zur Übernahme aller Planungskosten mit dem Unternehmen abzuschließen. Danach wird das Gremium über die detaillierten Entwürfe urteilen.
Das 16,6 Hektar große Gelände befindet sich nach Angaben des Rathauses zum Teil in einem 200-Meter-Flächenkorridor an der Autobahn im privilegierten Bereich für Solarparks sowie in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet. Das intensiv genutzte Ackerland soll nach Ideen des Antragstellers zu artenreichen Blühwiesen umgewandelt und so zu neuem Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickelt werden.
Parallel zur Energieerzeugung sei eine landwirtschaftliche Nutzung zum Beispiel in Form von Schafbeweidung, Bienenhaltung oder Heugewinnung möglich, heißt es in dem Antragsschreiben der Firma IBC Solar. Der regenerierte und praktisch unversiegelte Boden stehe nach dem Ende der Nutzungsdauer der Solarmodule wieder uneingeschränkt der Erzeugung von Lebensmitteln zur Verfügung. Der Rückbau werde vertraglich und durch Hinterlegung einer monetären Leistung für die Gemeinde abgesichert, so das Unternehmen. Das Areal sei nicht nur wegen seiner Lage außerhalb ökologischer Schutzgebiete prädestiniert, sondern entspricht auch den Rahmenbedingungen für eine Vergütung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Für Oberschleißheim ergäben sich durch das Projekt eine Reihe von Vorteilen, heißt es: Neben dem Beitrag „zur dringend benötigten Energiewende und zum Klimaschutz vor Ort“ würden sich mit dem künftigen Solarpark im Jahr rund 14 300 Tonnen CO₂ gegenüber konventioneller Stromerzeugung einsparen lassen. An die 8100 Haushalte könnten mit der Anlage umweltfreundlich versorgt werden, wirbt die oberfränkische Firma weiter. Zudem könne die Gemeinde mit einer jährlichen EEG-Ausgleichszahlung in Höhe von 49 000 Euro rechnen, auch eine Bürgerbeteiligung an dem Solarpark sei denkbar.

