Sicherheit Licht ins Dunkel

Der Grünzug hinter der Musikschule ist nachts dunkel, aber um einen "Angstraum" handelt es sich nach Ansicht von Anwohnern nicht.

(Foto: Claus Schunk)

Ein Nachtspaziergang der CSU durch den Taufkirchener Ortsteil Am Wald zeigt einige finstere Ecken auf, die künftig besser ausgeleuchtet werden sollen. Fürchten muss sich dort aber auch jetzt schon niemand.

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Das Wetter lädt an diesem Abend wahrlich nicht zum Spazieren ein. Nicht nur pfeift ein eisiger Wind durch die Lindenpassage im Herzen des Taufkirchener Ortsteils Am Wald, sondern der Schnee der vergangenen Tage und der Frost haben viele Gehwege auch in Rutschbahnen verwandelt. Überdies ist die Dunkelheit längst hereingebrochen - doch genau auf die haben die Organisatoren dieses Spaziergangs vom örtlichen CSU-Verband ja gewartet. Schließlich wollen sie sich im Grünzug der Waldsiedlung auf die Suche nach dunklen Ecken machen. Unter dem Motto "Mehr Licht in Taufkirchen!" wurden dazu im Vorfeld auch die Bürger eingeladen.

"Das Thema ist bei der Bürgerversammlung aufgekommen", sagt CSU-Ortsvorsitzende Christiane Lehners. Dabei sei unter anderem von "Angsträumen" in dem etwa 800 Meter langen und 100 Meter breiten Grünstreifen zwischen Waldstraße und Musikschule die Rede gewesen - ein Begriff, den auch Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) stets verwendet. Er ist an diesem Abend ebenso zum Spaziergang erschienen wie gut ein Dutzend Teilnehmer. Das Gros von ihnen sind Vertreter der CSU - wie üblich bei solchen Parteiveranstaltungen.

Jedoch sind auch einige Bürger ohne Parteibuch erschienen, darunter Lydia Ulmer, die im Behindertenbeirat der Gemeinde sitzt, und ihr Ehemann Klaus Ulmer. Die beiden leben seit Jahrzehnten in der Waldsiedlung und sind oft im Grünzug unterwegs. Von Angsträumen wollen sie jedoch nicht sprechen. Und auch eine ältere Frau, die in der nahen Platanenstraße wohnt, betont mehrfach: "Ich gehe hier oft nachts alleine durch - und Angst habe ich noch nie gehabt."

Dunkel ist es freilich an einigen Ecken im Grünzug schon - etwa gleich am Durchgang zur Lindenpassage, wo eine Lampe mit Bewegungsmelder nicht anspringen will. Einen kurzen Fußmarsch entfernt sind dann gleich zwei Straßenlaternen nebeneinander erloschen, worauf Bürgermeister Sander sein Handy zückt, um per Sprachnotiz eine Erinnerung aufzuzeichnen. "Die Beleuchtung ist hier an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäß", sagt Sander, nachdem er das Handy wieder verstaut hat.

In der Lindenpassage springt eine Lampe trotz des Bewegungsmelders nicht an. Das soll sich ändern.

(Foto: Claus Schunk)

Mit diesem Thema werde sich der Gemeinderat in seiner Sitzung an diesem Donnerstag befassen. Überdies gehe es dann auch um die Frage, wie der Grünzug im Weiteren aufgewertet werden kann. Schließlich zeige das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek), das im Rahmen des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt für den Ortsteil Am Wald entwickelt wurde, dass die Bürger hier dringenden Bedarf sähen, sagt Sander.

Unter anderem verweist der Bürgermeister auf veraltete Spielplätze - ein Manko, das die Spaziergänger am Eingang des Grünzugs vor Augen geführt bekommen. Hier findet sich rechter Hand ein Spielplatz, der diesen Namen nicht wirklich verdient. Vielmehr gibt es bloß einen Sandkasten, der heute schneebedeckt und im Sommer mit Unkraut überwuchert ist. "Das ist nur ein Hundeklo", merkt einer der Spaziergänger an.

Und dort, wo eigentlich Sitzgelegenheiten sein sollten, ragt bloß Metallgestänge aus dem Boden, da die Bänke schon vor Jahren abmontiert wurden. Ein weiteres Beispiel zeigt sich wenig später bei zwei Tischtennisplatten. Diese könne man auch im Sommer nicht nutzen, da die Wurzeln der umliegenden Bäume bereits durch den Boden kämen, sagt CSU-Gemeinderat Herbert Heigl. Und die umliegende Sitzgruppe, ergänzt Sander, liege im Dunkeln, da die Bäume das Licht der Laternen abschirmten.

Nach eineinhalb Stunden Spaziergang hat der Bürgermeister eine Reihe von Anregungen in sein Handy gesprochen - von dunklen Ecken über fehlende Sitzgruppen und bis hin zu Bordsteinen, die abgesenkt gehörten. "Da sind etliche Anregungen zusammenkommen", sagt Sander. Und auch CSU-Ortsvorsitzende Christiane Lehners zieht ein positives Fazit: "Für mich war es ein Stück weit beruhigend zu hören, dass zumindest die Bürger, die gekommen sind, den Grünzug nicht als Angstraum empfinden."

Dennoch gelte es nun, dessen Attraktivität zu steigern, sagt Lehners. Und hierfür lohne es sich auch, Geld in die Hand zu nehmen - trotz der angespannten Finanzlage der Gemeinde. Ähnlich sieht das der Bürgermeister, der in der geplanten Aufhübschung des Grünzugs auch einen Beitrag sieht, "den sozialen Frieden im Ortsteil Am Wald beizubehalten". Nun müsse der Gemeinderat entscheiden, sagt Sander, ob die Kommune dafür "einige zigtausend Euro" investieren wolle.

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