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Seniorenheim:Personalnot erschwert Start im neuen Heim

Haar, Jugendstil-Park, Maria Stadler Haus und Pflegeheim,

Das Seniorenheim und auch die Einrichtung "Wohnen mit Service" wurden von einem Investor im Jugendstilpark errichtet.

(Foto: Angelika Bardehle)

Weil Pflegekräfte fehlen, können im Maria-Stadler-Haus der Gemeinde Haar derzeit nicht alle Betten belegt werden. Deshalb investiert man jetzt in die Akquise zusätzlicher Mitarbeiter

Die gemeinnützige Maria-Stadler-Haus GmbH hat den Umzug in das neue und größere Seniorenzentrum in diesem Sommer gut bewältigt. Wie sich bei der Vorlage der Geschäftszahlen im Hauptausschuss zeigte, ist das Unternehmen, dessen alleiniger Gesellschafter die Gemeinde Haar ist, mit einem Finanzmittelbestand von einer Million Euro in das Umbruchjahr 2019 gegangen. Im letzten Jahr im alten Haus im Ortszentrum wurde ein Überschuss von 98 000 Euro erwirtschaftet und, die Vorjahre eingerechnet, ein Gewinn von 607 000 Euro weitergegeben. Die Rücklagen helfen jetzt: Denn der Start im neuen Heim im Jugendstilpark ist die erwartet große Herausforderung.

Das Maria-Stadler-Haus, das bis vor einigen Jahren noch von einem Verein getragen wurde und dann von der Gemeinde in Alleinregie, hat große Veränderungen hinter sich. Zuletzt übernahm die Unternehmensberatung Schwan & Partner das laufende Geschäft und führte die GmbH mit einem Sparkurs aus den Defiziten heraus. Der Umzug am 24. Juni in das von einem Investor errichtete neue Seniorenheim verlief erfreulich "geräuschlos", wie SPD-Gemeinderat Thomas Fäth lobte. Auch sonst sei man "sehr zufrieden", sagte er, vor allem mit Blick auf die Finanzen. Das alte Maria-Stadler-Haus, für das eine Betriebsgenehmigung wegen gestiegener Auflagen wohl nicht mehr erteilt worden wäre, hatte 99 Plätze. Das neue verfügt über 142, wobei wegen Personalmangels noch nicht alle belegt sind. Maria Lehr, Prokuristin bei der Maria-Stadler-Haus GmbH bezeichnete den Aufbau des Personalstocks als eine der großen Aufgaben. Derzeit seien im dritten Obergeschoss des neuen Heims an der Vockestraße wegen fehlender Mitarbeiter zwölf von 36 Plätzen belegt. Als Ziel verfolge man, bis Ende März 2020 alle Betten voll zu haben. Im Finanzplan für 2019 rechnete man wegen solcher Schwierigkeiten im Maria-Stadler-Haus mit einem Defizit von 369 000 Euro. Doch man werde besser dastehen, sagte Lehr, die effektiv aktuell mit 284 000 Euro Minus kalkuliert. Dies sei aber Dank der Rücklagen gedeckt. Die Eigenkapitalquote liege bei 60,3 Prozent. Man könnte zwei Monate abdecken, "ohne finanzielle Fremdmittel aufzunehmen", sagte sie. Allerdings stehen einige Investitionen an. Die Akquise von zusätzlichen Pflegekräften schlug schon 2018 zu Buche, als sozusagen auf Vorrat Mitarbeiter angeheuert wurden. In das alte Haus wurde kaum noch Geld gesteckt, dafür mussten jetzt Betten für das neue Heim angeschafft werden und vieles mehr. Knapp 400 000 Euro gab die Gemeinde dazu, um eine Großküche im Seniorenheim einzubauen.

Außer dem Seniorenheim, in dem wegen der gestiegenen Nachfrage nach Kurzzeitpflegeplätzen mittlerweile drei Betten fix für solche Fälle reserviert sind, betreibt die Maria-Stadler-Haus GmbH mittlerweile auch eine Einrichtung für "Wohnen mit Service", die direkt neben dem Heim errichtet wurde. 60 Apartments gibt es dort, wobei vor allem Zwei-Zimmer-Wohnungen gefragt sind, wie Lehr sagte. Mehr als 50 Prozent der Bewohner stammten aus Haar oder Umgebung oder seien in die Einrichtung gezogen, um in der Nähe ihrer Angehörigen zu sein. Haarer hätten Vorrang bei der Vergabe. Auf einer Warteliste stünden gut 50 Personen.

Anders als beim alten Maria-Stadler-Haus ist die gemeinnützige GmbH in den neuen Gebäuden lediglich als Betreiber tätig. Das alte Seniorenheim wurde an die Gemeinde Haar übertragen. Es soll nun umgebaut werden, um Platz für Abteilungen des Rathauses, Seniorenwohnungen und auch Wohnungen für Gemeindemitarbeiter zu schaffen.