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Schulwegsicherheit:Plastik-Zaun soll Schüler schützen

Baustellenabsperrungen vor dem Geländer sollen verhindern, dass Schüler des Gymnasiums oder der Grundschule die Gleise betreten.

(Foto: Sabine Wejsada/oh)

Die Gemeinde Unterföhring reagiert auf Hinweise der Eltern und errichtet eine provisorische Barriere zwischen dem neuen Campus und den Gleisen. Eine feste Absperrung erlaubt die Bahn nur unter Auflagen.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Mit einem Provisorium hat die Gemeinde Unterföhring die Gefahrenstellen an den S-Bahngleisen auf dem Schulweg zum neuen Campus halbwegs gesichert: Auf einer Länge von mehr als 60 Metern ab dem Tunnelportal stehen nun rot-weiße Baustellenabsperrungen aus Kunststoff. Sie sind fest verankert und sollen verhindern, dass Personen über das Geländer klettern können, um etwa eine Abkürzung über die Schienen zu nehmen. Die vier Notfall-Tore sind mit Blechen versehen, damit niemand mehr von der Schulseite aus durch das Gitter greifen kann, um an den Bügel zu kommen und sie zu öffnen; weitere Absperrschranken stehen dort jedoch nicht.

Der Unterföhringer Elternschaft hatte die riskante Situation auf dem Weg zur Grundschule und zum Gymnasium in der vergangenen Woche große Sorgen bereitet. Sabine Fister von der SPD hatte die Gefahr nach Anfragen von Müttern und Vätern im Gemeinderat thematisiert. Ihre Partei wollte sich jedoch nicht mit den Aussagen von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU) zufrieden geben, wonach die Deutsche Bahn für das Gelände zuständig sei und die Gemeinde bereits auf eigene Kosten einen Zaun zu den Gleisen hin habe errichten lassen. Weil tagelang nichts unternommen worden ist, um die Gleise weiter abzusichern, forderte SPD-Fraktionsvorsitzender Philipp Schwarz das Rathaus auf, eine schnelle Lösung zu finden, "weil Gefahr in Verzug" sei.

Die SPD spricht von einer ersten "Mini-Maßnahme"

Dies ist nun geschehen, wenn auch nur teilweise. Zunächst wurden an den Flucht-Toren Bleche eingearbeitet, die das Durchfassen verhindern sollen. Eine Lösung, die Schwarz zwar als "erste Mini-Maßnahme", begrüßt. Er bleibt aber bei seiner Forderung, den kompletten Bereich von der Mitterfeldallee bis zum S-Bahn-Südportal östlich und westlich optimiert und umfassend zu sichern. Hier bahnt sich aktuell eine dauerhafte Lösung an: Wie Bauamtsleiter Lothar Kapfenberger mitteilte, hat am Montag eine Begehung mit Vertretern der Bundespolizei, der Unterföhringer Feuerwehr, der Polizeiinspektion Ismaning, der Deutschen Bahn und der Gemeindeverwaltung stattgefunden.

Laut Bahn gebe es keine rechtliche Vorgabe zur Errichtung einer geschlossenen Zaunanlage, berichtete Kapfenberger. Nach einem "intensivem Austausch" habe die Bahn allerdings dann doch empfohlen, an der Westseite und Ostseite der Gleise einen Zaun zu errichten - freilich auf eigene Kosten und auf eigenen Flächen, so der Bauamtsleiter. Die Absperrungen auf beiden Seiten könnten zwei Meter hoch sein, bei ihrer Ausführung müssten zwingend die Sicherheitsbelange beachtet werden, etwa der Schutz vor Überspannung und die Einhaltung von Fluchtwegen im Havariefall. Zudem müsse sichergestellt sein, dass die Schienen von Bahnbeschäftigten problemlos betreten werden können.

Wenn die Gemeinde Unterföhring einen solchen Zaun baut, dann will die Bahn mitreden - Genehmigungsverfahren seien zu beachten, heißt es. Zur Überbrückung hat die Bahn der Aufstellung des fest verankerten und gesicherten Bauschrankenzaunes auf der Schulseite zugestimmt. Auf der Westseite ist zudem ein Bauzaun mit Sicherungstoren neben dem Geh- und Radweg auf einer Länge von mehr als 300 Metern geplant, so Kemmelmeyer.

© SZ vom 24.06.2021/wkr
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