Oberschleißheim:Sanierung deutlich teurer

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Die Modernisierung der Oberschleißheimer Grundschule in der Parksiedlung verursacht Kosten von 3,8 Millionen Euro. Andere Baumaßnahmen am Schulkomplex werden vorerst zurückgestellt.

Von Klaus Bachhuber, Oberschleißheim

Die umfassende Sanierung der Oberschleißheimer Grundschule in der Parksiedlung, die nun seit Jahren bei laufendem Schulbetrieb erledigt wurde, kommt deutlich teurer als geplant. 800 000 Euro zusätzlich hat der Gemeinderat jetzt freigegeben, die Maßnahme summiert sich damit auf Kosten von etwa 3,8 Millionen Euro. Nach Darstellung des Gemeindebauamts habe sich keine der geplanten Maßnahmen verteuert, allerdings hätten sich im Verlauf der Arbeiten eine Vielzahl an zusätzlichen Mängeln ergeben.

Der Bericht des Gemeindebauamts zeigt gravierende Mängel in vielen Bereichen bis hin zur Standsicherheit auf. Beim 1965 begonnenen und mit dem zweiten Bauabschnitt 1971 abgeschlossenen Bau des Gebäudes sei "die Nichtbeachtung von elementaren Sicherheitsvorschriften" zu registrieren. Die "unerwartete Fülle" der Mängel habe erst im Sanierungsfortschritt aufgedeckt werden können, etwa dass der Brandschutz an 168 Fassadenstützen unvollständig gewesen sei.

2018/19 war an das Schulgebäude ein Kinderhort angebaut worden und parallel dazu starteten die Sanierungsarbeiten an der Schule. Akut waren damals Brandschutzvorkehrungen nachgerüstet worden, die katastrophal im Argen lagen. Seither ist die Schule Dauerbaustelle, wobei bis auf lärmintensivste Abbrucharbeiten die gesamte Maßnahme bei laufendem Schulbetrieb erfolgte. Nun muss nur noch die Dämmung an der Südfassade aufgebracht und an der Hochterrasse vor dem Lehrerzimmer der Beton saniert werden, dann ist die Baumaßnahme am Schulgebäude abgeschlossen. Mit der Sanierung sei aus dem 50 Jahre alten Gebäude "eine wirklich schöne und moderne Schule entstanden", bilanziert Heinz Szuggar aus der Gemeindeverwaltung.

Auch das alte Schulhaus muss saniert werden - doch dafür stehen derzeit keine Mittel zur Verfügung

Für die Gesamtmaßnahme stehen dann freilich immer noch zwei Etappen aus. Das alte Schulhaus auf dem Schulgelände, das früher als Kinderhort genutzt war, ist nach dem Bezug des Hort-Neubaus wieder dem Schulbetrieb zugeschlagen. Auch dieses Haus muss jedoch saniert werden. Damit es für die Bauphase als Ausweichquartier für einige Klassen genutzt werden konnte, hat das Rathaus schon mal gut 200 000 Euro vorab investiert.

Die eigentliche Sanierung mit geschätzten Kosten von 1,5 Millionen Euro, mittelfristig für heuer geplant, war zu Jahresbeginn vom Gemeinderat storniert worden. Bis auf weiteres stehen dafür keine Mittel zur Verfügung. Sollte das neue Kinderhaus wie geplant beim Hallenbad gebaut werden, müsste die Mittagsbetreuung der Nachbarschaftshilfe, deren Domizil dort dann abgerissen wird, in das alte Schulhaus ziehen. Ob dafür Umbauarbeiten nötig werden, ist derzeit noch nicht ermittelt.

Auch die Sanierung der Außenanlagen der Schule, terminiert für 2023, wird verschoben. Diese Arbeiten sind erst nach dem Abschluss aller Bauarbeiten an den Gebäuden sinnvoll, sodass vor der Sanierung des alten Schulhauses nichts geschehen wird. Im Kontext der Außenanlagen muss dann untersucht werden, ob auch die Sporthalle Renovierungsbedarf hat.

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