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Sicherheitskonzept:Unterföhringer Schule sperrt Kinder morgens aus

Das Tor zur Unterföhringer Grundschule wird seit Beginn des Schuljahres erst um 7.45 Uhr geöffnet.

(Foto: Catherina Hess)
  • Das Tor zum Schulhof und die Tür zur Grundschule werden seit Anfang des Schuljahres erst um 7.45 Uhr aufgesperrt.
  • Die Kinder müssen bis dahin auf dem schmalen Bürgersteig warten.
  • Frühaufsicht gibt es nur für die Schüler, die dafür angemeldet sind.

Einigermaßen irritiert hat der Unterföhringer Gemeinderat auf ein Papier der örtlichen Schulleitung reagiert, in dem diese Vorschläge zur Fortschreibung des Sicherheitskonzepts der Grundschule gemacht hatte. Im Mittelpunkt steht dabei eine Optimierung der Zugangssituation am Schulgelände. Dass eine Maßnahme bereits ohne Rücksprache umgesetzt wurde, rief im Gremium Kopfschütteln hervor.

So werden das Tor zum Schulhof und die Tür zum Gebäude seit Anfang des Schuljahres erst um 7.45 Uhr aufgesperrt - mit der Folge, dass mehrere hundert Kinder auf dem schmalen Gehsteig an der Schulstraße auf Einlass warten. Das sei angesichts der Verkehrslage nicht ungefährlich, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU). Eine Frühaufsicht von 7.30 Uhr an gibt es nur für Buben und Mädchen, die von ihren Eltern dafür angemeldet worden sind.

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Vor Einführung der neuen Einlasszeiten war es vorgekommen, dass schon um kurz nach 7 Uhr Kinder auf Spielgeräten im Pausenhof herumkletterten - unbeaufsichtigt. Betina Mäusel (CSU), Zweite Bürgermeisterin und selbst Mitglied der Schulleitung am Ernst-Mach-Gymnasium in Haar, kritisierte die Neuregelung und zitierte die Bayerische Schulordnung, in der auch die Aufsichtspflicht geregelt ist.

Laut Paragraf 22, Absatz 1, gelten an Grundschulen zwar 15 Minuten vor Beginn des Unterrichts als angemessene Zeit, bei Bedarf erfolgt eine Beaufsichtigung an diesen Schulen eine halbe Stunde vor Schulstart. Eine für alle auskömmliche Lösung gehöre zu den Verwaltungsaufgaben der Schulleitung, sagte Mäusel. Falls 7.30 Uhr zu früh für die Kollegen sei, könnte man den Beginn der Aufsicht ja vielleicht auf 7.40 Uhr legen, regte Mäusel an. "Man kann es ja zumindest versuchen", sagte sie.

Um die Sicherheit an der mit inzwischen 525 Schülern großen Grundschule zu verbessern, hat es nach den Worten des Bürgermeisters bereits im April eine Begehung des Schulgeländes mit Rektorin Andrea Hofmann, der Gemeindeverwaltung und dem Elternbeirat gegeben. Im Nachgang hatte die Schulleiterin ein Konzept erarbeitet. Unter anderem möchte sie die Haupteingänge an die Bahnhofstraße und die Münchner Straße verlegen. Der Vorschlag, einen mobilen Zaun anzuschaffen, um die Situation in der Früh auf dem Pausenhof zu entschärfen und Schülern die Möglichkeit zu geben, Rad oder Roller schon abstellen zu können, auch wenn das Schulgelände selbst noch zu ist, fiel im Gemeinderat durch.

"Ein Käfig ist null zu befürworten", sagte Mäusel. Sabine Fister (SPD), selbst Mutter eines Erstklässlers, assistierte: "Ich werde einer Gatterlösung nicht zustimmen." Dass die Kinder nun auf der Straße stehen, sei nicht hinzunehmen, sagte Fister. Welche Baumaßnahmen zur Optimierung sinnvoll und machbar sind, will die Verwaltung nun mit dem Architekten klären.

Während der Gemeinderat nichts von einer Verlegung der Schulhaupteingänge zur Bahnhofstraße (Erweiterungsbau) und zur Münchner Straße (Neubau) hält, sind sich die Kommunalpolitiker einig, dass es einen Weg geben muss, damit das Schulgelände nicht von unberechtigten Personen betreten wird. So kam es in der Vergangenheit laut Rathausverwaltung vor, dass dort Jugendliche rauchten und tranken und viele glaubten, der Pausenhof sei ein öffentlicher Spielplatz.

Abhilfe schaffen will die Gemeinde auch in einer anderen Sache: So soll nach einem Vorschlag der Schulleitung bei Kulturveranstaltungen in der Aula nicht mehr der Schulhof als Aufenthaltsort während der Pausen genutzt werden. Rauchen und Alkohol konsumieren könnten die Besucher besser vorne an der Bahnhofstraße.

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