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Schloss Schleißheim:Schandfleck kommt weg

Die Tage des Schandflecks an der Effnerstraße sind gezählt: An einem der meistfrequentierten Stellen in Oberschleißheim sollen sieben Reihenhäuser entstehen.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Oberschleißheim genehmigt Reihenhäuser an der Effnerstraße

Ein leer stehender Laden und ein verfallender Schuppen bilden derzeit das westliche Entrée in das Schleißheimer Schlossensemble. Künftig sollen an einer der meistfrequentierten Stellen im Ort stattdessen sieben Reihenhäuser stehen. Im Gemeinderat hielt sich die Begeisterung über die Beseitigung des aktuellen Schandflecks in etwa die Waage mit der Enttäuschung über die banale Folgenutzung; genehmigt wurde sie gleichwohl.

Über die Effnerstraße gelangen fast alle Besucher von der S-Bahn zum Schloss und zur Flugwerft des Deutschen Museums. Dazu führt auch eine Zufahrt zu Schloss-Parkplätzen und zur Schlosswirtschaft mit ihrem populären Biergarten über diese Route. Mehrere zehntausend Besucher der Hauptattraktionen im Ort kamen daher nun seit Jahren vorbei an blinden Schaufensterscheiben und einer Ruine, von der der Putz auf die Straße bröckelt.

Was könnte man aus diesen Vorgaben an dieser Stelle machen! Aber sieben Reihenhäuser? So der Tenor der Diskussion. Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) zeigte sich erst einmal "nur froh, wenn der Schandfleck weg ist". Diese Erleichterung teilte der komplette Bauausschuss des Gemeinderats - allerdings mit deutlich weniger Enthusiasmus. "Damit geht schon wieder ein Laden in Alt-Schleißheim verloren", bedauerte Angelika Kühlewein (CSU), "sehr schade".

Anke Schuster (SPD) und Gaby Hohenberger (Grüne) wünschten sich eine Bebauung, die etwas mehr der historischen Nachbarschaft Rechnung trage. Das werde vom Landesamt für Denkmalpflege beurteilt, hieß es aus dem Gemeindebauamt, dem Gemeinderat obliege nur die planungsrechtliche Beurteilung. Peter Lebmair (CSU) übte Selbstkritik. Der Standort an der Ecke Dachauer-/Effnerstraße wäre "ein Filetstück für touristisches Gewerbe" gewesen, urteilte er. Eine Entwicklung in diesem Sinne nicht durch Planungsvorgaben in die Wege geleitet zu haben, sei "ein Fehler unsererseits". Mit zehn zu drei Stimmen billigte der Ausschuss die Voranfrage für die Reihenhausbebauung. Vor einer endgültigen Genehmigung durch das Landratsamt wird freilich noch die Denkmalschutzbehörde gehört.

© SZ vom 09.10.2018 / kbh
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