bedeckt München 19°

Sauerlach:Von Palmen zerrissen

ikone der hl, corona

Diese Ikone wird von Mai an in Arget zu sehen sein: Die Heilige Corona, gemalt von Paschalis Dougalis.

(Foto: Paschalis Dougalis)

St.-Corona-Kapelle in Arget erhält Ikone der Namenspatronin

Die Sankt-Corona-Kapelle in Arget erhält im Mai eine nach dem griechisch-orthodoxen Ritus gemalte Ikone ihrer Namensgeberin geschenkt. Wie das? Vor einigen Tagen haben die Erzpriester Apostolos Malamoussis und Georgios Vletsis die Kapelle in Arget bei Sauerlach besucht. Die in München tätigen Geistlichen der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland sangen dort Hymnen und lasen Gebete zur Bekämpfung des Coronavirus. Spontan beauftragte daraufhin Malamoussis den Ikonenmaler Paschalis Dougalis, der als Kantor in der Griechisch-Orthodoxen Allerheiligenkirche München tätig ist, eine Ikone der Heiligen Corona zu malen. Diese Ikone wird Malamoussis der St.-Corona-Kapelle schenken.

An diesen Donnerstag wird der Künstler die bereits vollendete Ikone Erzpriester Malamoussis überreichen und sie auf dem Altar der Allerheiligenkirche aufstellen, wo sie 40 Tage bleiben wird. Warum? In der Orthodoxen Kirche gibt es seit Jahrhunderten die Tradition, Ikonen, die zur Verehrung außerhalb eines Kirchengebäudes gedacht sind, für 40 Tage aufzubewahren, damit sie geweiht werden können und dann am angedachten Ort ihren Platz einnehmen. Wegen der Schutzmaßnahmen ob des Coronavirus wird die Übergabe bei geschlossenen Türen stattfinden.

Die Ikone zeigt die Heilige, wie es in der orthodoxen Tradition üblich ist, mit einem Kreuz in der einen Hand als Zeichen des Martyriums und mit einer betenden Hand. Die rote Farbe des Gewandes symbolisiert das ertragene Martyrium und die weiße Farbe die Gnade Gottes, die Corona als Heilige erfahren durfte. Der goldene Hintergrund versinnbildlicht das Göttliche und verdeutlicht, dass die Heilige Corona im Reich Gottes weiterlebt. Rechts im Bild sieht man eine Abbildung ihres Martyriums. Wie bekannt wurde die Heilige zum Tode verurteilt und an zwei Palmen gefesselt. Als die Palmen wieder zurück schnellten wurde ihr Körper in Stücke gerissen.

Am 14. Mai, dem Gedenktag der Heiligen Corona nach dem römisch-katholischen Kirchenkalender, wird Erzpriester Malamoussis die St.-Corona-Kapelle in Arget besuchen, um dort die Ikone der Kapelle zu stiften und dem katholischen Pfarrer Josef Steinberger, im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes, übergeben. Steinberger hat die Idee von Apostolos Malamoussi freudig begrüßt und ist spontan auf seinen Vorschlag eingegangen. Die Übergabe am 14. Mai wird freilich nur stattfinden, wenn öffentliche Gottesdienste wieder erlaubt sind.

© SZ vom 26.03.2020 / sz

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite