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Sauerlach:Teures Vergnügen

Die Vereine benötigen Kunstrasenplatz und Sporthalle. Die Gemeinde fürchtet hohe Kosten und gründet einen Arbeitskreis

Von Patrik Stäbler

Die Gemeinde Sauerlach unternimmt einen neuen Anlauf, um die Sportstätten im Ort auszubauen. Zunächst soll dabei geklärt werden, welche Art von Turnhalle in Arget benötigt wird und wo ein Kunstrasenplatz in Sauerlach entstehen könnte. Hierfür wird ein Arbeitskreis aus Rathausmitarbeitern, dem Sportbeauftragten des Gemeinderats, Babak Afshar (SPD), sowie Vertretern des TSV Sauerlach und des SV Arget gegründet. Diese Gruppe soll ihre Ergebnisse dem Gemeinderat vorstellen, der dann einen Planentwurf samt Kostenschätzung in Auftrag geben wird. Im Anschluss müsste das Gremium die entsprechenden Gelder im Haushalt einstellen - und genau hier liegt der große Knackpunkt. Denn für eine Halle sowie einen Kunstrasenplatz müsste die Kommune etliche Millionen Euro ausgeben.

An den hohen Kosten sind die Pläne für ein Kunstrasenfeld am TSV-Sportplatz schon 2017 gescheitert. Seinerzeit war von fast 1,5 Millionen Euro die Rede. Auch für das Sportgelände des SV Arget gab es bereits konkrete Pläne für einen Anbau mit Umkleiden, Duschen und Besprechungsräumen - bis diese vergangenes Jahr wieder gestoppt wurden. "Da haben wir einen Haufen Geld für die Planungskosten rausgeschmissen", erinnerte Bürgermeisterin Barbara Bogner (Unabhängige Bürgervereinigung Sauerlach) im Bauausschuss des Gemeinderats. Dass nun überhaupt wieder über einen Ausbau der Sportstätten diskutiert wird, liegt an dem Sportkonzept, dass der TSV Sauerlach und der SV Arget gemeinsam entwickelt und im Juli dem Gemeinderat vorgestellt haben. Demnach fehlt es beiden Vereinen schon jetzt an Kapazitäten, um den Bedarf an Sportangeboten zu decken. Daher plädierten TSV-Vorsitzender Hans Gruber und sein SVA-Pendant Rolf Beck in einem ersten Schritt für den Bau einer Ein- oder Zweifach-Turnhalle in Arget, samt Gastronomie, Gymnastik- und Krafträumen. Im zweiten Schritt müsse dann der Kunstrasenplatz in Sauerlach angegangen werden.

Diese Pläne hatte die SPD-Fraktion aufgegriffen und per Antrag "die sofortige Umsetzung des Sportkonzepts" gefordert. Das ging den übrigen Gemeinderäten aber zu weit und zu schnell, weshalb die Idee mit dem Arbeitskreis aufkam. "Wir können keinen Blankoscheck ausstellen für alles, was da wünschenswert wäre", sagte Axel Horn (Grüne). Zudem müsse man erst mal abklären, was genau in Arget benötigt werde, ergänzte Barbara Bogner. Dabei stelle sich nicht nur die Frage ob Einfach- oder Zweifachhalle, sondern auch, welche weiteren Räumlichkeiten gewünscht seien - etwa für eine Sportgaststätte. Nun soll der Arbeitskreis ein Raumkonzept erarbeiten, anhand dessen ein Planer einen ersten Entwurf anfertigen wird. Und dieser, so die Bürgermeisterin, "muss uns dann auch sagen, was das in etwa kosten wird".

© SZ vom 23.09.2020

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