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Sauerlach:Rochade im Gemeinderat

Fünf Monate nach der Kommunalwahl ist Robert Maier von der Unabhängigen Bürgervereinigung Sauerlach (UBV) in der Sommersitzung als neuer Gemeinderat vereidigt worden. Der langjährige Geschäftsleiter im Rathaus übernimmt in dem Gremium den Platz von Andrea Killer (CSU). Grund für die Rochade ist eine Nachzählung der Gemeinderatswahl. Sie war von der UBV beantragt worden, nachdem es bei der Auswertung der Wahlzettel am 15. März offenbar Probleme mit den Scanstiften gegeben hatte. Zunächst war laut amtlichem Endergebnis der Gemeinde die CSU stärkste Kraft - nur wenige Stimmen vor der UBV. Dies hatte zur Folge, dass den Christsozialen ein siebtes Mandat zugesprochen wurde, gegenüber sechs Sitzen der Unabhängigen. Sie fochten auch deshalb das Resultat an - mit Erfolg. Bei der vom Landratsamt angeordneten Nachzählung kam es zu einer deutlichen Verschiebung, sodass nun die UBV mit 27 489 Stimmen vor der CSU (27 440) lag. Die Ursache für die Abweichung lasse sich nachträglich nicht bestimmen, teilte eine Sprecherin des Landratsamts mit. "Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen könnte es sich um vereinzelte Fehler in der Handhabung der Scanstifte gehandelt haben." Im Gemeinderat hatten die Wahlnachwehen zu merklicher Unruhe und einer scharfen Debatte geführt - inklusive Attacken einzelner CSU-Abgeordneter in Richtung UBV. Inzwischen aber sei wieder Ruhe eingekehrt, das versichern die Vorsitzenden der beiden Fraktionen, die jeweils keine negativen Folgen für die Zusammenarbeit im Gemeinderat befürchten. Wobei Markus Hoffmann (CSU) den Abschied von Andrea Killer ausdrücklich bedauert - auch weil dadurch das Ziel einer Verjüngung sowie von mehr Frauen im Gemeinderat konterkariert worden sei, so der Fraktionschef.

© SZ vom 29.08.2020 / stä

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