Sauerlach:Postfiliale schließt

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Sauerlach: Die Sauerlacher Postfiliale schließt, weil der Betreiber sein Fahrradgeschäft vergrößern will.

Die Sauerlacher Postfiliale schließt, weil der Betreiber sein Fahrradgeschäft vergrößern will.

(Foto: Claus Schunk)

In Sauerlach kann man bald keine Briefmarken mehr kaufen

Päckchen verschicken, Briefmarken kaufen, Einschreiben aufgeben: All das können die Menschen im Sauerlacher Ortszentrum zu Fuß erledigen - noch. Doch zum Jahresende wird die Postfiliale an der Tegernseer Landstraße ihre Türen schließen. Das bestätigt der Betreiber, der in den Räumlichkeiten auch ein Fahrradgeschäft unterhält, das er nun vergrößern will, wie er sagt. Daher habe er seinen Vertrag mit der Post gekündigt. Diese Entwicklung nährt zumindest bei der CSU-Fraktion im Gemeinderat die Sorge um die Attraktivität der Ortsmitte. Sie hat daher einen Antrag eingereicht, wonach das Rathaus ein Konzept entwickeln soll "zur langfristigen Sicherung der Nahversorgung im Ortskern".

"Die Schließung der Post war für uns der Auslöser", erläutert Fraktionschef Michael Hohenleitner den Vorstoß. Gerade mit Blick auf ältere Menschen müsse gewährleistet bleiben, dass im Ortszentrum alle Geschäfte für den täglichen Bedarf vorhanden seien. "Unser Antrag soll sicherstellen, dass man sich frühzeitig um dieses Thema kümmert", sagt Hohenleitner, der in der Schließung der Post "ein Problem für viele Sauerlacher" sieht. Den Antrag seiner CSU befürwortete zwar eine Mehrheit im Gemeinderat, darunter auch Bürgermeisterin Barbara Bogner (Unabhängige Bürgervereinigung). Diese räumt jedoch ein, dass sie noch keine rechte Vorstellung davon habe, wie das im Antrag geforderte Konzept aussehen könnte. "Das Problem ist, dass der Gemeinde im Ortszentrum - bis auf einen Laden, in dem die Nachbarschaftshilfe ist - kein Geschäft gehört", sagt die Rathauschefin. "Wir können deshalb nur vermitteln und unterstützen - und hoffen, dass die Vermieter attraktive Ladeninhaber finden."

Entscheidend für die Attraktivität des Ortskerns sei ohnehin weniger das Handeln der Politik, sondern das der Verbraucherinnen und Verbraucher, ist Bogner überzeugt. "Deshalb habe ich dazu aufgerufen, dass man ins Zentrum zum Einkaufen geht." Nach Angaben der Bürgermeisterin werden die Geschäfte in der Ortsmitte durchaus angenommen. "Das sieht man daran, dass die Läden dort eher ausbauen denn aufgeben wollen." Angesichts der Schließung der Postfiliale habe sie bei mehreren Läden angefragt, ob diese zusätzlich Postdienstleistungen anbieten könnten. Bis dato habe sie zwei Absagen erhalten, teilt die Rathauschefin mit. Und dennoch habe sie noch die Hoffnung, "dass wir eine Lösung im Zentrum finden".

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