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Sauerlach:Piraten für Mobilfunkmasten

Daniel Lehmberg aus Sauerlach erläutert gesundheitliche Aspekte

Im Westen des Sauerlacher Gemeindegebietes plant die Telekom, einen neuen Mobilfunkmasten zu errichten. Dabei stößt sie jedoch auf Widerstand, hauptsächlich wegen der befürchteten negativen Auswirkungen der Strahlung des neuen Mastens auf die Gesundheit der Anwohner. Die Piratenpartei befürwortet dagegen die Aufstellung des neuen Funkmastens und den Ausbau des Mobilfunknetzes, wie Parteimitglied Daniel Lehmberg aus Sauerlach in einer Pressemitteilung schreibt. Ein schnelles Mobilfunknetz sei eine wichtige Voraussetzung für die wirtschaftliche Zukunft Sauerlachs.

"Weltweit befindet sich Deutschland bezüglich der Netzabdeckung mit LTE auf Rang 70 - und zwar unter anderem nach Ländern wie Albanien, Kolumbien, Pakistan und dem Iran", schreibt Lehmberg. Deswegen sei es wichtig, das Vorhaben der Telekom zu unterstützen. Vor allem, weil ein schneller Breitbandanschluss allein ein schnelles Mobilfunknetz nicht ersetzen könne, zum Beispiel wenn es um selbstfahrende Autos gehe. Doch die Piratenpartei nehme die Sorgen der Anwohner vor Gesundheitsschäden ernst. Die Strahlung der Masten besitze jedoch nicht genügend Energie, um Erbmaterial direkt zu schädigen. Auch führten die Masten nicht zu einem erhöhten Krebsrisiko, heißt es in der Mitteilung. Zu diesem Urteil kämen auch die Weltgesundheitsorganisation und das Bundesamt für Strahlenschutz. Lehmberg führt aus, dass durch den Bau des neuen Mobilfunkmastens die Strahlenbelastung sogar sinken würde, denn wenn mehr Masten die Signale sendeten, fielen sie weniger stark aus und die elektromagnetische Strahlung würde sich verringern. "Deshalb würden die Mobilfunkmast-Gegner mit der Verhinderung der Errichtung des neuen Mastes bei Kleineichenhausen wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem erreichen, was ihr eigentliches Ziel ist", schreibt Lehmberg.

Er hat auch noch Tipps parat, um sich vor hoher Strahlenbelastung zu schützen. Ziel müsse es sein, sich vor der Strahlung des eigenen Handys zu schützen. Die sei wesentlich höher als die des Masten. So sollte das Handy möglichst weit weg vom Körper, also auch nicht in der Hosentasche, getragen werden und auch gelegentliches Ausschalten oder in den Flugmodus zu versetzen sei sinnvoll. Letzteres schütze auch gleichzeitig vor Tracking, also der Speicherung des eigenen, aktuellen Standorts, durch welche Bewegungsprofile von Bürgern erstellt würden. Beim Telefonieren empfehle sich zudem, Headsets zu nutzen und Telefonate bei schlechter Verbindung abzubrechen. All diese Maßnahmen würden, im Gegensatz zur Verhinderung der Errichtung eines neuen Mobilfunkmastens, die eigene Strahlenbelastung verringern "und damit eher vor gesundheitlichen Schäden schützen".

© SZ vom 28.04.2020 / SZ

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