bedeckt München

Sauerlach:Gräber werden deutlich teurer, Urnennischen etwas billiger

Die Grabgebühren auf dem Friedhof der Kirche St. Andreas (im Bild) steigen ebenso wie die am Pechlerweg und in Arget.

(Foto: Claus Schunk)

Die Gemeinde legt die gestiegenen Kosten für ihre Friedhöfe auf die Angehörigen um. In Arget wirkt sich die Erhöhung besonders drastisch aus

Von Patrik Stäbler, Sauerlach

Nicht nur das Leben im reichen Landkreis München wird stetig teurer, sondern auch das Sterben. In Sauerlach hat der Gemeinderat nun die Grabgebühren für die Friedhöfe am Pechlerweg, an der St.-Andreas-Kirche und in Arget per einstimmigem Beschluss um fast 30 Prozent erhöht. Nicht davon betroffen ist der Friedhof in Altkirchen, um den sich der örtliche Pfarrverband kümmert. An den drei von der Gemeinde betreuten Friedhöfen kostet ein Einzelgrab aktuell noch 46 Euro im Jahr; für ein zweistelliges Familiengrab werden 92 Euro fällig. Diese Gebühren steigen nun zum 1. Januar 2020 auf 58 beziehungsweise 117 Euro. Rechnet man das auf die vorgeschriebene Ruhefrist von zehn Jahren in Sauerlach und zwölf Jahren in Arget hoch, so kostet ein zweistelliges Familiengrab künftig 1170 statt 920 Euro in Sauerlach und 1404 statt 1104 Euro in Arget.

Verantwortlich für diesen drastischen Preisanstieg sei zum einen die Tatsache, dass die Gebühren schon seit Längerem nicht mehr erhöht wurden, sagt Kämmerer Peter Bosch. Zum anderen sei der Aufwand für den Unterhalt der Friedhöfe mittlerweile "enorm". Während sich an den Friedhöfen bei der St.-Andreas-Kirche und in Arget vorwiegend der Bauhof um Grünarbeiten und Instandhaltung kümmere, habe die Gemeinde für den Friedhof am Pechlerweg eine Drittfirma beauftragt, sagt Bosch. Und all diese Kosten müssten auf die Friedhofsgebühren umgelegt werden, da das Kommunalabgabengesetz die Kommunen dazu anhalte, diese nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berechnen.

Die nun beschlossenen Erhöhungen für die Grabnutzung werden Teil einer neuen Friedhofsgebührensatzung sein, die der Gemeinderat im Herbst verabschieden soll. Noch unklar ist dabei, wie die künftigen Bestattungsgebühren aussehen. Schließlich habe die Firma Denk, die die Arbeiten auf den Sauerlacher Friedhöfen bislang verantwortete, ihren Vertrag mit der Gemeinde gekündigt, so Bosch. Nun werde das Rathaus Angebote von mehreren Bestattern einholen, wobei der Kämmerer davon ausgeht, dass die Bestattungsgebühren "sicher nach oben gehen werden". Gemeint sind damit etwa die Kosten für das Öffnen und Schließen eines Grabes. Keinen Preisanstieg geben soll es dagegen bei den Grabsockelgebühren sowie für die Nutzung der Aussegnungshalle im Pechlerweg-Friedhof beziehungsweise der Leichenhäuser in Sauerlach und Arget. Hier liegen die Gebühren aktuell bei 170 Euro je Sterbefall.

Sogar etwas günstiger werden die Nischen in den zwei Urnenwänden am Friedhof bei der St.-Andreas-Kirche. Sie kosten von Januar an 57 statt bislang 59 Euro pro Jahr. Neu in die Satzung aufgenommen werden Baumbestattungen, wie sie seit dem Vorjahr auf dem Friedhof am Pechlerweg möglich sind. Hier liegen die Kosten bei 88,50 Euro pro Jahr für ein Baumgrab, das zwei Urnen fasst. Für die Bestattung einer Urne in einem anonymen Sammelgrab werden vom nächsten Jahr an einmalig 250 Euro fällig. Kostenfrei sind hingegen die Gräber für sogenannte Sternenkinder - also Babys, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. Sie können ihre letzte Ruhestätte am Friedhof am Pechlerweg in Kleingräbern finden, die rund um eine Stele gruppiert sind.

© SZ vom 21.08.2019
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema