Sauerlach/Brunnthal Musikschule in Finanznot

Misstöne in der Musikschule.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Gemeinden müssen nach Rauswurf einer Lehrkraft Geld zuschießen.

Von Patrik Stäbler, Sauerlach/Brunnthal

Infolge eines Rechtsstreits mit einer langjährigen Lehrkraft ist die Musikschule Sauerlach-Brunnthal in finanzielle Schwierigkeiten gerutscht. Aus diesem Grund hat sich die Einrichtung nicht nur selbst einen Sparkurs verordnet, sondern auch bei den zwei Gemeinden um einen einmaligen Zuschuss gebeten. Nachdem der Brunnthaler Gemeinderat die Summe von 2000 Euro bereits gewährt hat, zog nun das Gremium in Sauerlach nach und votierte einmütig für eine Zuwendung in Höhe von 10 000 Euro.

Hintergrund sei eine "arbeitsrechtliche Auseinandersetzung" mit einer Lehrkraft im vergangenen Jahr gewesen, heißt es in einem Schreiben der Musikschule ans Sauerlacher Rathaus. "Nach einem Vorfall im Unterricht konnten wir zum Schutz der Kinder nur mit sofortiger Freistellung und Kündigung reagieren." Auf Nachfrage will sich der Vorsitzende der Musikschule, Bernhard Lederer, nicht näher zu dem Vorfall äußern. Er betont jedoch, dass kein Schüler zu Schaden gekommen sei. Und: "Der Vorfall war nicht justiziabel, aber wir mussten reagieren." Gegen die fristlose Kündigung klagte die Lehrkraft, worauf ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen wurde.

Durch diesen hatte die Musikschule im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 28 000 Euro an zusätzlichen und nicht budgetierten Ausgaben, weshalb die Einrichtung an ihre Rücklagen gehen musste. Sie gelte es nun "so schnell wie möglich" wieder auf 50 000 Euro aufzustocken. Schließlich brauche es die Rücklage unter anderem, um den Lehrkräften auch im August weiterhin ihr Gehalt zu zahlen, obgleich in diesem Monat kein Unterricht stattfindet und die Musikschule somit keine Gebühren einnimmt.

Strenge Haushaltsdisziplin

Dazu erhöht die Musikschule die Gebühren zum 1. September um drei statt der üblichen zwei Prozent. Überdies hat sich die Einrichtung eine strengere Haushaltsdisziplin verordnet, dazu werden Familienrabatte und Mehrfachermäßigungen gekürzt und bei den Kursen der musikalischen Früherziehung künftig Bearbeitungsgebühren erhoben. Über diese Einsparmaßnahmen und den Auslöser hierfür habe man die Eltern in einem Schreiben informiert, sagt Bernhard Lederer.

"Ich finde es positiv, dass die Musikschule auch eigene Lösungsmöglichkeiten aufzeigt", sagte Klaus Zimmermann von der Unabhängigen Bürgervereinigung (UBV) bei der Debatte im Sauerlacher Gemeinderat. Auch Wolfgang Büsch (Grüne) lobte die "strenge Haushaltsdisziplin", die sich die Einrichtung verschrieben habe. Derweil regte Markus Hoffmann (CSU) an, dass die Musikschule ihr Budget künftig derart ausbalanciere, dass die Kosten für die Lehrkräfte komplett durch die Unterrichtsgebühren gedeckt seien - "und die Gemeinde bezahlt alles andere".

Dadurch könne man das Problem umgehen, "dass durch das Budget der Gemeinde die Zahl der Kinder gedeckelt wird, die Unterricht erhalten können." Die CSU-Fraktion votierte gegen den Zuschuss für die Musikschule. Sie wurde aber von UBV, Grünen und SPD überstimmt.