Sauerlach Blitzer zeigen Wirkung

Zahl der Geschwindigkeits­überschreitungen vor Sauerlacher Unterführung sinkt

Gleich eine Serie von Fotoshootings hat es in den vergangenen Wochen auf der Hofoldinger Straße in Sauerlach gegeben, kurz vor der Unterführung an der Kreuzung zum Waldbahnweg. Anlass war die Beschwerde eines zugezogenen Bürgers, der über zu rasante und zu laute Autofahrer an dieser Stelle geklagt hatte. In der Folge ließ die Gemeinde dort an verschiedenen Tagen insgesamt mehr als 13 Stunden lang einen Blitzer aufstellen. Und tatsächlich: Anfangs waren 8,7 Prozent der rund 3000 Fahrzeuge schneller als erlaubt.

Jedoch habe der Großteil von ihnen die zulässigen 50 Kilometer pro Stunde nur um bis zu zehn Stundenkilometer überschritten, berichtete Bauamtsleiter Hubert Zellner im Bauausschuss des Gemeinderats. Lediglich "ein, zwei Ausreißer" seien deutlich zu schnell gewesen. Überdies hätten die Tempokontrollen bereits Wirkung gezeigt. Bei der jüngsten Messung Ende August überschritten nur noch knapp fünf Prozent der Fahrzeuge die Höchstgeschwindigkeit. "Weil jeder damit rechnet, dass dort geblitzt wird", sagte Zellner. Der Bauamtsleiter berichtete von einem ähnlichen Rückgang infolge regelmäßiger Kontrollen auf der Südlichen Tegernseer Landstraße. "Das zeigt, dass die Kontrollen ihre Wirkung haben", so Zellner.

Auch die Unterführung in der Hofoldinger Straße soll weiter im sogenannten Blitzplan bleiben. Im kommenden Frühjahr wird der Bauausschuss dann erneut über die Entwicklung informiert. Darüber hinaus werden jedoch keine Maßnahmen ergriffen, wie das Gremium mit acht zu drei Stimmen beschloss - gegen die Stimmen von Götz von Borries (UBV), Markus Hoffmann (CSU) und Axel Horn (Grüne). Dieses Trio hätte an der Stelle gerne noch ein Tempo-Display aufgestellt, das die Autofahrer über ihre aktuelle Geschwindigkeit informiert. Dadurch würde man "zusätzliche Sicherheit schaffen, gerade für die vielen Fußgänger, die dort unterwegs sind", sagte Horn. Dagegen argumentierte Alexander Rickert (SPD), dass Autofahrer an der Kreuzung "schon lange im Ort unterwegs sind, wo überall Tempo 50 gilt. Warum muss man dann extra noch mal darauf hinweisen, dass hier auch Tempo 50 ist"?

Hinsichtlich der von dem Anwohner monierten Lärmbelästigung verwies der Ausschuss in seinem Beschluss auf ein Gutachten, das bei der Aufstellung des zugehörigen Bebauungsplans erstellt wurde - und keine Beeinträchtigung feststellte. Jedoch wisse auch sie, sagte Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV), "dass wir zurzeit einige sehr nette Autofahrer in Sauerlach haben, die ihren Auspuff auffeilen. Die fahren mit einem Lärm, dass man sie von der Münchner Straße bis nach Lanzenhaar hört". Doch solche "Wahnsinnigen", so Bogner, werde es immer geben. "Das sind nur Einzelne, die hier stören."