Wie prekär die Situation beim TSV Sauerlach ist, macht die zweite Vorsitzende Lisa Messner deutlich. Seit Jahren gebe es beim Turn- und Sportverein wegen fehlender Kapazitäten - sowohl in der Mehrzweckhalle am Otterloher Feld als auch auf den Freiflächen - einen Aufnahmestopp, sagte sie unlängst in der Gemeinderatssitzung. Auch beim SV Arget geht es beengt zu, obwohl der Verein selbst während der Corona-Jahre einen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hatte, wie Vorstand Rolf Beck berichtet.
Vor allem Senioren würden mehr Sport treiben, könnten aber oft die im Keller gelegenen sanitären Anlage am Sportplatz nicht nutzen. Es brauche also mehr Trainingsmöglichkeiten, etwa durch neue Sportanlagen beim neuen Gymnasium oder einen Neubau der Sporthalle in Arget, appellierten Messner und Beck an den Gemeinderat - und der sicherte Unterstützung zu, obwohl sich das ländliche Sauerlach große Investitionen eigentlich gar nicht leisten kann.

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Das verdeutlicht im Gemeinderat auch der Kämmerer der Gemeinde. Josef Mayer zeichnet ein wenig positives Bild, was die Gemeindefinanzen angeht. "Finanziell sind wir nicht besonders gut aufgestellt", sagt Mayer und mahnt an, die Kommunalpolitiker müssten in den kommenden Jahren sorgfältig abwägen, was Pflicht und was freiwillige Leistung sei.
Wie schlecht es um die finanzielle Situation der Gemeinde steht, illustriert Mayer am Schuldenstand, der in den kommenden drei Jahren ungeahnte Höhen erklimmen könnte. Etwas mehr als vier Millionen Euro wird die Kommune in diesem Jahr an Kapital aufnehmen müssen und auch danach wird Sauerlach nicht ohne neue Kredite auskommen, um etwa Projekte wie die Sanierung des alten Rathauses, der Erweiterung der Grundschule oder den Bau neuer Kindertagestätten realisieren zu können. Im Jahr 2026 könnte die Pro-Kopf-Verschuldung in Sauerlach dann bei etwa 3000 Euro liegen, was in etwa dem Doppelten des bayerischen Landesdurchschnitts entspricht.
Es fehlt an potenten Gewerbesteuerzahlern
Was Sauerlach fehlt, sind insbesondere potente Gewerbesteuerzahler. "Wir müssen das Gewerbe stärken, auch mit externer Hilfe", sagt dementsprechend SPD-Gemeinderat Babak Afshar. "Wir haben eine gute Lage mit der S-Bahn und der Autobahn. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, kriegen wir das hin." Sein CSU-Kollege Markus Hoffmann kritisiert, ihm fehle mit Blick auf die finanzielle Lage die Perspektive. "Nicht die Schulden sind das Problem. Zum Glück ist jetzt aber Geld eingestellt für die Wirtschaftsförderung", so der Christsoziale. "Wir kommen aus der Situation nur raus, wenn wir überlegen, was wir in unserem Ort entwickeln können."
Dazu wird weiterhin auch der Ausbau der Infrastruktur gehören - und auch die freiwillige Unterstützung der Sportvereine. So sagt Bürgermeisterin Barbara Bogner beiden Sportvereinen zu, bei den Planungen für das neue Gymnasium den Bau eines zusätzlichen Sportplatzes zu prüfen. Und auch der so dringend benötigte Neubau der Sporthalle im Ortsteil Arget werde wie im Sportkonzept der Gemeinde angepeilt angegangen.

