24 Jahre alt wäre Saran Diané, sollte sie bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr zur Bürgermeisterin gewählt werden – und damit eine der jüngsten Rathauschefinnen Deutschlands. „Ich sehe mein Alter tatsächlich als Vorteil, weil meine Anliegen alle Zukunftsthemen sind“, sagt Diané. „Wir hatten bisher in Unterföhring immer das Motto ‚Höher, schneller, weiter‘ und ich glaube einfach, dass es so nicht mehr weitergeht. Wir müssen uns einlassen auf die neuen Bedingungen, und ich denke, da ist viel Flexibilität nötig und eben auch ein langfristiger Blick.“
Seit Mittwoch ist klar, dass Diané für die Unterföhringer Grünen ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen wird; nach Florian Klietsch (SPD) und Claudia Leitner (CSU) ist sie nun die dritte offiziell nominierte Kandidatin. Seit vergangenen September ist bekannt, dass sich der amtierende Unterföhringer Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft) am 8. März 2026 nicht erneut zur Wahl stellen wird.
Sie sei tief in ihrer Heimatgemeinde verwurzelt, sagt Diané über sich selbst. Sie spielt seit vielen Jahren als Trompeterin in der Blaskapelle Unterföhring und engagiert sich in mehreren lokalen Institutionen, darunter der katholischen Pfarrgemeinde. Seit fünf Jahren sitzt sie im Gemeinderat von Unterföhring, zunächst für die SPD, bevor sie 2023 zur Grünen-Fraktion zurückkehrte, für die sie auch 2020 ursprünglich kandidiert hatte. Heute ist Diané die letzte verbliebene Vertreterin der Umweltpartei im Gremium und zudem Co-Vorsitzende des Grünen-Ortsverbands. In dieser Rolle steht sie nach eigener Aussage für eine LGBTQIA+-freundliche, inklusive, feministische und antirassistische Grundhaltung.
Aktuell studiert die 23-Jährige Psychologie; sie ist ausgebildete Seelsorgerin und steht kurz vor dem Abschluss eines Theologiestudiums. „Ich denke, ich habe ein Verständnis für Menschen: wie man Leute ernst nimmt, und auch für das Mitnehmen von neuen Ideen“, so Diané. Als Bürgermeisterin wolle sie einen realistischen Blick auf die Zukunft werfen. Ein „großes Thema“ sei für sie die „Klimaanpassung“ der Gemeinde: „Es braucht eine Entsiegelung; es braucht grüne Plätze, wo man sich in den heißeren Sommern aufhalten und begegnen kann.“
Als weitere Hauptanliegen nennt Saran Diané eine „neue Ehrlichkeit“ und eine transparentere Kommunalpolitik. Sie wolle vorsichtiger mit den finanziellen Mitteln haushalten als bislang geschehen, die Vergabe von Gemeindewohnungen offener gestalten sowie den interfraktionellen als auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Unterföhring stärken. „Wir müssen gemeinsam neue Lösungen erarbeiten – besser mit den Menschen zusammen als über ihre Köpfe hinweg“, ist sie überzeugt.

