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Sanierung des Ernst-Mach-Gymnasiums:Pflicht für die Kür

"Spurensuche" heißt das Stück über die Nazi-Zeit in der Gemeinde Haar, das Schüler des Gymnasiums künftig auf eine neue Bühne in ihrer Schule bringen.

(Foto: Claus Schunk)

Aula, Mensa und Bühne am Ernst-Mach-Gymnasium werden umgebaut - inklusive Brandschutz sind 900000 Euro fällig.

Die Schüler der Theatergruppe am Ernst-Mach-Gymnasiums in Haar haben schon einige Bühnen kennengelernt. Sie traten im Kleisthaus im Herzen von Berlin auf und zeigten ihr Stück "Spurensuche" bei den Münchner Theatertagen in der Pasinger Fabrik. Anfang Juli schließt sich dann gewissermaßen der Kreis, wenn das Stück in Zuge des Zamma-Kulturfestivals des Bezirks Oberbayern im Gesellschaftshaus des Isar-Amper-Klinikums München-Ost zu sehen ist.

Dann zeigen die Schüler gemeinsam mit Schülern der Mittelschule das Stück, das die Verbrechen der Nazi-Zeit in ihrer Gemeinde thematisiert und speziell die Euthanasie-Verbrechen in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt aufgreift, am historischen Ort.

Freilich ist das eine Ausnahme, so wie das Stück, das kürzlich mit dem Münchner Bürgerpreis ausgezeichnet wurde, über das hinausweist, was sonst Schultheater leisten kann und will. In der Regel treten die Schüler eben auf der Bühne an ihrem Gymnasium auf. Und die soll nun ertüchtigt und erweitert werden. Aula, Mehrzweckraum und Bühne des Gymnasiums werden umgebaut und auch technisch auf neuen Stand gebracht. Die Schule strebt, mit Blick auf weitere Aufführungen nicht nur der Theatergruppe, an, künftig die Erfordernisse einer regulären Versammlungsstätte zu erfüllen. Bis zu 375 Besucher sollen dann dort Platz finden können.

Teure Schulbauten

Wenn es um Investitionen in Schulen geht, sind im Landkreis München immer gleich Millionenbeträge im Spiel. Es wird viel neu gebaut und viel geplant. Doch es gibt auch Schulen wie das in die Jahre gekommene Ernst-Mach-Gymnasium, in die hohe Beträge für die Instandhaltung fließen. So befassten sich kürzlich die Mitglieder der Zweckverbandsversammlung des Gymnasiums nicht nur mit Wünschenswertem. Über den Umbau von Aula, Mehrzweckraum und Bühne hinaus ging es um den Brandschutz. Eine Zwischenbilanz des Gutachters zeigt schon jetzt, dass zusätzliche Brandschutztüren eingebaut sowie Wand- und Deckenelement ersetzt werden müssen. Die dafür erwarteten Kosten stiegen zuletzt sogar an.

Aktuell wird damit gerechnet, dass der Umbau am Gymnasium, von dem sich Direktorin Gabriele Langner über die Sicherheitsaspekte hinaus auch eine attraktivere Eingangssituation erwartet, insgesamt 872 000 Euro kosten wird. Seit der Schätzung vom November 2016 stiegen die Kosten um 330 000 Euro. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) sprach mit Blick auf den Brandschutz von einem "schwierigen Thema".

Aber es soll ja auch nicht nur das Pflichtprogramm abgearbeitet werden. Die Bühne erhält eine "umfangreiche Medienausstattung", wie es heißt. Auch eine behindertengerechte Toilette wird geschaffen, um als Versammlungsstätte anerkannt zu werden - für die "überregional bekannten Theateraufführungen".