Sanierung Die Stadt hat den Schaden

Unterschleißheim steckt 2,4 Millionen Euro ins Ballhaus-Forum

Die Baumängel am Ballhaus-Forum bleiben für die Unterschleißheimer Steuerzahler ein Fass ohne Boden. Akut hat der Bauausschuss des Stadtrats wieder 2,4 Millionen Euro für die Behebung von Schäden an dem Teil der Anlage freigegeben, in dem Breitensport stattfindet. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) kündigte an, dass die Schäden an dem Objekt damit noch bei weitem nicht abschließend ermittelt seien: "Auch in anderen Gebäudeteilen wird noch einiges auf uns zukommen."

Über den Winter war die undichte Dachfläche über dem Breitensportkomplex saniert worden. In einem gerichtlichen Vergleichsverfahren hatte diese Ausgabe der Generalunternehmer des Gebäudebaus übernommen. Der Stadt bleibt die Beseitigung der Schäden durch den jahrelangen Wassereintritt. Dafür werden Kosten von 1,8 Millionen Euro erwartet.

Wände und Böden, die direkt vom eindringenden Wasser geschädigt wurden und mit Schimmelpilzen behaftet sind, müssen ausgetauscht werden. Dazu müssen auch Komponenten der Haustechnik in Zwischenwänden und Installationsschächten ausgebaut und neu installiert werden.

Bei den Untersuchungen für das Sanierungskonzept haben die Planer dann auch noch technische Mängel an den Trockenbauwänden ermittelt. Hier seien Anforderungen des Brandschutzes nicht korrekt umgesetzt worden, konkret liege ein Mangel der Feuerwiderstandsdauer vor. Auch an Befestigungen von Kabeltrassen der Elektroinstallation wurden Defizite festgestellt. Um auch dies im Zuge der Sanierungsmaßnahme zu reparieren, werden weitere 630 000 Euro nötig. Zunächst wird nun die Decke in der Kegelbahn abmontiert, bei der statische Probleme ermittelt worden waren. Im Oktober sollen die Sanierungsmaßnahmen beginnen und bis Ende 2020 andauern.

Martin Reichart (Freie Bürger) mahnte "einen Kassensturz" bei den Folgelasten des Ballhaus-Forums an. Es sei "verheerend, dass wir da seit 15 Jahren nur zuschauen". Den juristischen Vergleich zu den Wasserschäden rügte er als "sehr schwach", da die Stadt "auf den Kollateralschäden sitzen bleibt". Böck verwies auf die Probleme aus der gewählten Konstruktion einer "Public-Private-Partnership" Das habe es der Stadt jahrelang unmöglich gemacht, auf die Mängel zu reagieren.

Das Gebäude wurde durch einen privaten Investor auf einem Grundstück der Stadt errichtet und 2006 eröffnet. Die Stadt mietete es dann an. 2014 wurden erstmals Wasserschäden beklagt. Damals lief bereits ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren wegen Baumängeln.