Der Ärger um die suboptimale Situation auf der Linie S7 bricht sich weiter Bahn. Nachdem bereits Ende September Baierbrunns Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) sich in einem Beschwerde-Schreiben in Absprache mit den Rathauschefs anderer Anrainergemeinden an die zuständige DB-Referentin gewandt hatte, legt nun seine Pullacher Amtskollegin Susanna Tausendfreund mit einem weiteren Brandbrief nach.
„Die problematische Situation der S-Bahn-Linie S7 hat in den vergangenen Monaten ein Ausmaß erreicht, das für die Bürgerinnen und Bürger, Schulen, die örtliche Wirtschaft und die kommunale Infrastruktur in unserer Gemeinde nicht länger tragbar ist“, schreibt die Grünen-Politikerin. „Die Lage ist inzwischen so gravierend, dass wir erneut gezwungen sind, einen deutlichen Appell an Sie zu richten: So kann es nicht weitergehen!“
Beklagt wird, dass seit der Trennung der S-Bahn-Äste im Dezember 2024, welche eine Entkoppelung der verkürzten S7 von der Stammstrecke mit sich brachte, die versprochenen Verbesserungen in puncto Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit nicht erfüllt worden seien. Im Gegenteil: „Die Verspätungen und Zugausfälle sind noch gravierender geworden.“
Dabei hatte sich im ersten Halbjahr 2025 die Situation tatsächlich erst mal verbessert, mittlerweile aber hat eine als dramatisch empfundene Verschlechterung eingesetzt: „Die S7 zählt inzwischen zu den zehn unpünktlichsten S-Bahn-Linien Deutschlands. Ursachen wie Eingleisigkeit und Bauzeiten sowie langwierige Reparaturen bleiben ungelöst“, heißt es in dem Brandbrief. Überdies sei mit dem Einsatz der aktuell eingesetzten Züge auch noch die Barrierefreiheit weggefallen. Konkret: Wegen der zu tiefen Einstiegshöhe dieser neu angeschafften Zug-Baureihe ist an manchen Bahnhöfen der Ein- und Ausstieg für mobilitätseingeschränkte Menschen nicht mehr möglich.
Neben diesen beiden Haupt-Kritikpunkten sind speziell in Pullach die „übermäßig langen Schrankenschließzeiten“, ein Quell des Ärgers. Hinzu kämen „unzuverlässige Informationssysteme, untragbare Zustände an der Endhaltestelle am Münchner Hauptbahnhof, dem Starnberger Flügelbahnhof, verbesserungswürdige Kommunikation mit den betroffenen Kommunen, auch im Hinblick auf die bereits veranstalteten Runden Tischen sowie Beeinträchtigungen bei den Umsteigemöglichkeiten hinsichtlich des Wetterschutzes und der Barrierefreiheit“.
Der Brief schließt mit einem Forderungskatalog inklusive eines baldigen persönlichen Gesprächs. Man sei bereit, konstruktiv mitzuwirken, erwarte aber ein „entschiedenes und zeitnahes Handeln“ vonseiten der Bahn.

