Beim Zusammenstoß mit einer S-Bahn ist am Donnerstagabend im oberbayerischen Höhenkirchen-Siegertsbrunn eine 53-jährige Frau ums Leben gekommen. Sie starb noch am Unfallort, wie die Polizei mitteilt. Ihr Auto, ein Kleinwagen, wurde demnach mehrere hundert Meter mitgeschleift und teilweise zerdrückt, bevor die S-Bahn zum Stillstand kam.
Der Unfall passierte gegen 18.30 Uhr an einem unbeschrankten Bahnübergang auf Höhe der Kreuzung der Staatsstraße 2078 mit der Faistenhaarer Straße. Die Polizei geht davon aus, dass die Frau dort das rote Blinklicht übersah. Die S-Bahn erfasste ihr Auto den Angaben zufolge trotz Schnellbremsung frontal.

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Der Fahrer der S-Bahn und alle Fahrgäste blieben unverletzt. Im Auto befand sich zum Unfallzeitpunkt auch ein Hund, der leicht verletzt und in eine Tierklinik gebracht wurde, wie es weiter hieß. Die S-Bahn wurde nur leicht beschädigt, der zerstörte Pkw musste von der Feuerwehr und einem Abschleppdienst geborgen werden. Die Polizei sucht nach Zeugen des Vorfalls.
Wie gefährlich der unbeschrankte Bahnübergang ist, ist seit Langem bekannt. Hier haben sich immer wieder schwere Unfälle ereignet. Zuletzt 2015, als ein Unimog mit einer S-Bahn kollidierte. Der 79-jährige Fahrer und zwei 49 und 56 Jahre alte Mitfahrer wurden schwer verletzt. Im April 2008 kam ein 49-jähriger Autofahrer ums Leben, als er bei einem nächtlichen Wendemanöver am Bahnübergang einen nahenden Zug übersah. Im November 1996 erfasste eine S-Bahn dort kurz vor Mittag eine 70-jährige Radfahrerin.
Auch am Übergang nahe der Bahnstation Wächterhof gab es schon einen tödlichen Unfall
In Höhenkirchen-Siegertsbrunn gibt es noch einen weiteren unbeschrankten und gefährlichen Bahnübergang. Im Juli 2025 starb eine 57-jährige Frau am Hinteren Altlaufweg nahe der S-Bahnstation Wächterhof. Die Frau wurde von einer S-Bahn erfasst, als sie am späten Nachmittag ihr Fahrrad über den Übergang schob.
Pläne der Deutschen Bahn für einen Umbau des Bahnübergangs an der Faistenhaarer Straße stießen zuletzt 2024 auf Widerstand in der Gemeinde. Die Bahn würde den unbeschrankten Übergang am liebsten ganz auflösen. Als Kompromiss schlugen die Planer der Deutschen Bahn vor, ihn so zu gestalten, dass nur noch Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge ihn nutzen könnten. Die Gemeinde wollte den Bahnübergang jedoch auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge offen halten. Ein weitergehender Umbau, etwa durch eine Unterführung, ist der Deutschen Bahn zu teuer.

