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S-Bahn:Alle zehn Minuten nach Unterföhring

Ein Bahn-Experte hält einen kürzeren Takt auf der Linie S 8 für möglich - auch ohne zweite Stammstrecke. Allerdings müsste dafür die Strecke ausgebaut werden.

Gute Nachricht für die Gemeinde Unterföhring: Beim Infoabend der Kommune zum Öffentlichen Nahverkehr am Dienstag verkündete Peter Högl, Bereichsleiter der Abteilung Planung bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, einer Dienststelle bei der Obersten Baubehörde des Innenministeriums, dass ein Zehn-Minutentakt auf der Linie der S 8 nach Unterföhring möglich sei - und das ohne den Bau der zweiten Stammstrecke in München.

Högl bestätigte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft Unterföhring, PWU) und den gut 20 Anwesenden im Sitzungssaal des Rathauses, dass auf der Strecke zwischen Johanneskirchen und Daglfing wegen der ebenfalls verkehrenden Güterzüge derzeit nichts anderes als der 20-Minutentakt fahrbar sei.

Nötig wäre ein viergleisiger Ausbau

Dann allerdings schilderte er Ausbau-Varianten: Mit der zweiten Stammstrecke könne man den Takt auf 15 Minuten senken - auch ohne Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen. Auf einen Zehn-Minutentakt aber könne man sogar schon vor dem Bau der zweiten Stammstrecke kommen, nämlich wenn man die Strecke zwischen Daglfing und Johanneskirchen viergleisig ausbauen würde. Dann könne ein Zug zwischen Ostbahnhof und Ismaning pendeln, in Ismaning bräuchte man dazu ein Wendegleis.

Ein Thema, das Gemeinde, Bürger und Mitarbeiter in den Unternehmen am Ort gleichermaßen beschäftigt, ist der stärkere Einsatz von Langzügen auf der Strecke. Vor allem in den Stoßzeiten morgens und abends treffen Pendler auf Reisende mit vielen Koffern - da werde es ganz schön eng. Högl erklärte, dass der Freistaat es der Bahn per Vertrag überlasse, die Kapazitäten zu regeln, sagte jedoch zu, die besonders vollen Züge zu überprüfen. Diese könne man der Gemeinde melden oder gleich der Bahn unter www.bahnland-bayern.de.

Weiteres Thema waren die Unterföhringer Buslinien: Till Happel vom MVV beantwortete viele Fragen der Bürger, unter anderem erklärte er, dass die drei Busse der Linie 231, die morgens nach Ismaning fahren, auf Anregung einer Mutter hin nun auch vom MVV überprüft würden. Wenn Schüler regelmäßig nicht zusteigen könnten, weil der Bus mit Mitarbeitern des Medienparks Agrob voll sei, müsse man beim Landkreis einen Verstärkerbus anfordern, versicherte Happel.

© SZ vom 30.04.2015 / sab/wkr
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