Die urbane Infrastruktur in der Region wird bis 2050 zunehmend von Naturgefahren wie Stürmen und Hagel bedroht sein. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Im Vergleich zu anderen deutschen Regionen ist die Risikolage insgesamt moderat. In Dachau kommt jedoch eine erhöhte Überschwemmungsgefahr dazu.
Die Studie zeigt den Klimarisikoindex für alle Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland auf. Auf einer Skala von eins bis zehn gewichtet sie, wie gefährlich Klimagefahren wie Dürre, Sturmfluten und Tornados der urbanen Infrastruktur im Vergleich mit anderen deutschen Regionen werden könnten. Ermittelt wurden die Werte basierend auf 20 globalen Klimamodellen. Sie beziehen sowohl die aktuelle Risikolage als auch die im Jahr 2050 mit ein. Mögliche Schäden umfassen etwa Überflutungen, Störungen von Stromnetzen und punktuelle Schäden durch Hagel.
In Dachau ist die Hochwassergefahr am höchsten
In der Stadt München und den umliegenden Landkreisen liegen die Werte zwischen 3,42 und 3,63. Damit rangieren sie knapp unter den Top-200-Rängen im bundesweiten Vergleich, wie Jessica Färber vom naturwissenschaftlichen Team der Firma KA Köln Assekuranz Agentur mitteilt. Das Risiko für Schäden durch Stürme und Starkregen liege hier leicht über dem deutschlandweiten Durchschnitt, außerdem seien Hagel- und Tornadorisiken stärker ausgeprägt. Weniger stark gefährdet sei die Region hingegen durch Hitzewellen, Dürrestress und Wasserknappheit. Ein Grund dafür sei die Lage im Alpenvorland.
Die urbane Infrastruktur in Dachau ist laut Studie etwas stärker gefährdet; hier liegt der Wert bei 3,67. Grund hierfür ist laut Färber die Überschwemmungsgefahr durch die Amper und ihre Zuflüsse. Überschwemmungen bringen einen hohen potenziellen Schaden mit sich und fließen deshalb besonders stark in den Index mit ein.
Deutschland sei zwar weniger stark von Klimagefahren betroffen als andere Regionen der Welt, sagt Studienautor Hanno Kempermann. Doch auch hier werde das Risiko in den kommenden Jahrzehnten signifikant steigen. „Die Kommunen sind diejenigen, die letztendlich diese Klimagefahren abfedern und investieren müssen“, mahnt Kempermann. Die Studie solle deshalb auch Orientierung geben, wie Gelder aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität in den Kommunen eingesetzt werden sollten.

