Realschule für Unterföhring Zu wenige Schüler

Mit Hochdruck gearbeitet wird auf der Baustellen für den Schulcampus in Unterföhring, wo Gymnasium und Grundschule entstehen - aber keine Realschule.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Unterföhring hatte Interesse an einer Realschule, doch die Antwort von Landrat Christoph Göbel stellt klar, die Entlastung für Aschheim und Ismaning reiche nicht aus. Im Fokus steht nach wie vor Garching.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Nichts wird es mit einer Realschule in Unterföhring. Wie Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer von der Parteifreien Wählerschaft (PWU) am Donnerstagabend im Gemeinderat sagte, gibt es nach einer Prognose der zu erwartenden Schülerzahlen keine Perspektive, dass neben dem im Bau befindlichen Gymnasium eine zusätzliche weiterführende Schule in der Stadtrandkommune entstehen könnte.

Die Grünen-Fraktion hatte im April einen Antrag gestellt, einen Standort für die Realschule in Unterföhring zu prüfen, dem der Gemeinderat gegen die Stimmen der SPD mehrheitlich stattgab. Nach den Worten von Grünen-Sprecher Johannes Mecke rechnet seine Partei angesichts der weiter steigenden Bevölkerung mit einer erhöhten Zahl von möglichen Realschülern. Die Grünen führen an, dass die Realschule in Ismaning bald schon zu klein werden könnte. Einen möglichen Standort hatten die Grünen bereitsausgemacht - und zwar in der Nähe von Gymnasium und Sportpark.

Die Bewerbung Unterföhrings um eine Realschule allerdings läuft ins Leere. Im Auftrag des Landkreises hat das Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) eine Untersuchung der möglichen Schülerströme im Norden des Landkreis angestellt. Landrat Christoph Göbel (CSU) bedankte sich zwar für die Bewerbung der Medienkommune und erinnerte in einem Antwortschreiben an Kemmelmeyer daran, dass der Kreistag bereits im vergangenen Jahr beschloss, die bestehenden Realschulen in Aschheim und Ismaning zu entlasten. Der Fokus aber liegt laut Göbel auf einem Standort in Garching. Dessen Bürgermeister ist jedoch wegen der absehbaren finanziellen Belastung nicht begeistert, außerdem ist auch noch kein Grundstück in Sicht. Eine Entscheidung über den Bau einer Realschule in der Universitätsstadt steht noch aus.

450 Schüler aus der Gemeinde - kein Bedarf

Unabhängig davon sehen die Gutachter von SAGS für Unterföhring keinen Bedarf: Eine Neugründung einer Realschule erreicht aus heutiger Sicht - ohne Zustrom aus der Landeshauptstadt München - nicht das notwendige Schülerpotenzial für eine dreizügige Realschule mit circa 450 Schülern aus der Gemeinde selbst, wie es in der Untersuchung heißt, die in der Vorwoche auch dem Kreisbauausschuss vorgestellt wurde und aus der Bürgermeister Kemmelmeyer zitierte. Durch die bestehenden Realschulen in Ismaning und Aschheim ergebe sich außer aus der Gemeinde Unterföhring - ohne lenkende Maßnahmen selber - auch kein weiteres Schülerpotenzial aus dem Landkreis München, so die Gutachter. Darüber hinaus gebe es für eine Kooperation mit der Landeshauptstadt München laut derzeitigen Aussagen ihrer Vertreter derzeit keine Perspektive.

Die aktuellen Informationen des Bürgermeisters decken sich mit der Erklärung, mit der die SPD im Unterföhringer Gemeinderat bereits in der Debatte um den Grünen-Antrag ihre Ablehnung begründete. So hatte Thomas Weingärtner (SPD) darauf verwiesen, dass der Landrat bereits seine Präferenz für Garching deutlich gemacht habe. "Ein derartiger Prüfauftrag ist absurd und nur als Beschäftigungstherapie für die Verwaltung zu sehen", hatte Weingärtner in der April-Sitzung kritisiert. CSU, Grüne und PWU hatten sich von dieser Argumentation aber nicht abschrecken lassen. Nun haben sie es schwarz auf weiß: Unterföhring kommt nicht in Frage.